Unter 20 Euro

Eine große Portion Nudeln für den Papst

Eine schnelle Nudel zum Mittag gilt für viele Angestellte am westlichen Ludwigkirchplatz als preiswerte Lunch-Option. Auf diese Klientel setzt Signore Lucariello mit seiner Cantina. Blickfang über der Vitrine ist ein schön kitschiges Gemälde, das einen Spaghetti essenden Papst Johannes Paul II. zeigt.

Was in dieser Cantina mit rund 30 Sitzplätzen außerdem auffällt, sind die mehr als fünf Meter hohen Räume und die spartanische Einrichtung. So gibt es durchsichtige Plastikdecken auf den Tischen. Das ist bestimmt kostensparend. Zu einem gemütlichen Ambiente trägt solcher Tischschmuck allerdings wenig bei. Die Einsicht des Chefs: Gastronomen müssen sehen, wie sie zurechtkommen. Auch er. Deshalb also die bescheidene Einrichtung.

Die Cantina ist ein Familienbetrieb. In der Küche steht meist Chefin Maria Lucariello, beim Service helfen Sohn und Tochter. Im Gespräch erfährt man rasch von der Liebe des Inhabers zur traditionellen Musik seiner Heimat. Kulinarisch überzeugt die Küche vor allem durch den Sugo, der viele Gerichte aromatisiert. Beim Sugo von Maria Lucariello werden Tomaten durch langes Köcheln auf die richtige Konsistenz reduziert und mit kenntnisreich kombinierten Gewürzen abgeschmeckt.

Zu Tagliatelle, Penne, Farfalle und Spaghetti gibt es täglich wechselnde Sugo-Variationen: mit Arrabiata-Soße, mit der Fenchelbratwurst Salsiccia, mit Erbsen oder mit feinen Frutti di Mare. 6,50 bis 8,50 Euro kosten die Pastagerichte der Tageskarte. Bis Ende Juni gibt es Spargel und Scampi (10,50 Euro).

Auch Gnocchi sind im Angebot, für Gesundheitsbewusste stehen zudem vier köstliche Salate zur Auswahl. Offen serviert man einen Trebbiano oder einen roten Montepulciano aus den Abruzzen (zwei Euro/0,1l). Der Espresso des Rösters Mokador war ein gelungener Abschluss.

La Cantina Emser Straße 42, Charlottenburg, Tel. 88 00 77 44, Mo.-Fr. 11-18 Uhr

Bewertung

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