Trus Top-Tipp

Überraschung aus Israel

Spreeradio-Moderator Jochen Trus empfiehlt Asaf Avidan

Zum Anschauen: Ich war fest überzeugt, eine ziemlich heisere Frau singen zu hören, als ich mir das Debütalbum von Asaf Avidan & The Mojos auf den Teller legte. Der stimmliche Vergleich zu Janis Joplin, dem lebenshungrigen, weiblichen Mitglied des 27er-Clubs (Alter zum Zeitpunkt des Ablebens), drängt sich auf. Aber Halt! Ein schmales, sympathisches, 30-jähriges Kerlchen mit Irokesenschnitt aus Jerusalem singt da, und es strömt ein verdammt beseelter Blues aus ihm raus. Nur ein Künstler, den das Business noch nicht mal ansatzweise korrumpiert hat, bekommt eine so hinreißende Performance zustande. Wer nach einem ganz besonders beeindruckenden Songwriter sucht, wird am Montagabend im Frannz Club fündig.

Zum Anhören: Eine Mischung aus dem Folk der späten 60er-Jahre, Indie Rock und traditionellem Blues beschreibt wohl am besten, was Asaf Avidan mit seinen Mojos auf dem neuen Album "Poor Boy/Lucky Man" abliefert. Und wie das Mojo, das kultische Amulett afrikanischen Ursprungs, das in der Musikgeschichte vielmals als Synonym für Glücksbringer verwendet wurde, vermischt sich das den Vorbildern Dylan, Led Zeppelin oder Hendrix huldigende Spiel des Band-Quintetts zauberhaft mit der androgynen Gesangsperformance Avidans. Außergewöhnlich und hinreißend!

Weitere Tipps des beliebten Moderators bekommen Sie bei "Jochen Trus am Morgen" auf 105'5 Spreeradio