Best of Berlin

Willkommen im Club

Auf lange Frühlingstage in der Sonne folgen lange Nächte im Dunkel der Musikbühnen. Berlin hat jede Menge Häuser, in denen Rock und Jazz live gespielt wird. Hier einige der besten Orte

Charlottenburg: Große Namen im intimen Rahmen

1. Wen soll man zuerst nennen? Billy Cobham, Herbie Hancock oder Wynton Marsalis? Der Charlottenburger Jazz-Club A-Trane von Sedal Sardan (Foto) fährt auf der internationalen Schiene. Die Künstler kommen aus Berlin und aus der ganzen Welt. Sie liefern einen guten Sound über die perfekte Hausanlage und treten gern in der intimen, angenehmen Atmosphäre vor einem fachkundigen Publikum auf. Letzteres kommt auch gern zu den "Late Night Jam Sessions" Sonnabendnacht - die halten manche für die beste Jam-Session der Stadt. Auch die Jazz-Matineés am Sonntagnachmittag haben sich in dem 1992 eröffneten Club bestens etabliert. Näher kann man Musikern nicht sein.

A-Trane Bleibtreustr. 1, Charlottenburg,S 3, 5, 7, 75 Savignyplatz, So.-Do. 21-2 Uhr, Fr.+Sbd. 21 Uhr-open end, Tel. 313 25 50, www.a-trane.de

Friedrichshain: Das Astra bürgt für Qualität

2. Nicht jedem gefällt es in der meist rappelvollen Halle, aber dort spielen seit zwei Jahren außergewöhnlich oft richtig gute Bands, so die einhellige Meinung. Einlasskontrolle und Garderobendamen sind ungewöhnlich nett, dafür ist die Luft im Kulturhaus oft zum Schneiden und die Temperaturen sehr schweißtreibend. Der Sound haut einen fast davon. Die Bässe wummern, die Höhen zischeln. Genau das Richtige für die technisch immer versierteren Bands. Das bekommen Besucher bei Konzerten und Partys wie dem "Starclub" zu hören.

Astra Kulturhaus Revaler Str. 99, Friedrichshain, U1, S3, 5, 7, 75 Warschauer Straße, Tel. 20 05 67 67, www.astra-berlin.de

Kreuzberg: Ein Platz für aktuellen Indie-Rock

3. In den 50er- und 60er-Jahren liefen dort Filme, in den 70er-Jahren tummelten sich im damaligen "Westside" die Rock-'n'-Roller, in den 80er-Jahren probte im Haus die Schaubühne und seit fünf Jahren ist das Lido nahe dem Schlesischen Tor einer der angesagten und dabei stilvollsten Rock-Indie-Pop-Elektro-Clubs. Dabei sind die Konzerte häufig frühzeitig ausverkauft. Nicht nur bei Auftritten von Bands wie den Beatsteaks oder Sportfreunde Stiller ist der Laden mit der alten Anzeigetafel voll, auch bei Partys wie den "Balkanbeats" oder beim "Karrera Klub" herrscht großartige Stimmung.

Lido Cuvrystr. 7, Kreuzberg, U1 Schlesisches Tor, Tel. 69 56 66 40, www.lido-berlin.de

Wilmersdorf: Typische Jazzclub-Atmosphäre

4. Ganz der Black Music in typischer Jazzclub-Atmosphäre im kleinen Hinterzimmer hat sich der Wilmersdorfer Dauerbrenner namens Badenscher Hof verschrieben. Dabei hat neben dem Jazz auch der Blues seinen Platz. Hier trifft sich die Berliner Back Community. Generell sichert frühes Kommen die beste Sicht oder, noch besser, man reserviert sich einen der nicht allzu zahlreichen Stühle. Doch der Badensche Hof ist nicht nur Jazz-Club mit drei bis vier wöchentlichen Konzerten, sondern auch Restaurant mit bodenständiger Küche und Musik-Café mit Vorgarten.

Badenscher Hof Badensche Str. 29, Wilmersdorf, U7 Blissestr., Berliner Straße, Mo.-Fr. ab 16, Sbd., ab 18 Uhr, Tel. 861 00 80, www.badenscher-hof.de

Mitte: Live-Musik, die ohne Verstärkertürme auskommt

5. Von den Größen der Berliner Jazzszene bis zu Stars wie Mikis Theodorakis sind hier schon Musiker der unterschiedlichsten Stilrichtungen aufgetreten. Dabei legen die Macher des 1995 gegründeten Clubs besonderen Wert auf die gute Akustik. Im b-flat ist auch Musik, die ohne große Verstärkertürme auskommt, zu Hause. Inzwischen eine etablierte Adresse, finden fast an jedem Abend Konzerte internationaler Künstler statt. Beliebt sind auch die regelmäßigen Jam-Sessions.

b-flat Rosenthaler Str. 13, Mitte, U8 Rosenthaler Platz, Tel. 283 31 23, www.b-flat-berlin.de

Kreuzberg: Die Legende an der Oranienstraße

6. Längst ist die als "Esso" bekannte Konzerthalle aus der Berliner Musikszene nicht mehr wegzudenken. Legendäre Punk-Konzerte wie von Bauhaus oder den Dead Kennedys haben den Ruf in den 80er-Jahre begründet und auch Bands wie Die Ärzte hatten hier ihre ersten Auftritte. Zwischenzeitlich war der Fortbestand des Clubs gefährdet. Doch nun ist dank neuer Schallschutzmauer die Zukunft gesichert. Inzwischen entern nicht mehr nur Punk- und Hardcore-Bands die Bühne. Zu Partys wie dem Café Fatal kommen Gäste aus der ganzen Stadt.

SO 36 Oranienstr. 190, Kreuzberg, U1, 8 Kottbusser Tor, Tel. 61 40 13 06, www.so36.de

Wilmersdorf: Treffpunkt der Berliner Musikerszene

7. Tägliche Live-Gigs, so lautet das Motto des Rickenbacker's Music Inn, das den Schriftzug der beliebten Rickenbacker-Gitarren trägt. Im rustikalen, an einen englischen Pub erinnernden Ambiente werden Jazz, Rock, Blues, Folk, Country und Chansons geboten. Immer wieder gern gesehen und gehört sind Coverbands. Auch Literaten und Kabarettisten finden hier ein begeisterungsfähiges Publikum. Das genießt die abwechslungsreiche Unterhaltung, sogar mit warmer Küche, und sitzt bei schönem Wetter auch gern in geselliger Runde im Biergarten.

Rickenbacker's Music Inn Bundesallee 194 b, Wilmersdorf, U9 Güntzelstr., täglich geöffnet ab 19 Uhr, Tel. 81 89 82 90, www.rickenbackers.de

Prenzlauer Berg: Eine Brauerei als Kulturzentrum

8. Eifrigen Konzertgängern hat die ehemalige, weitläufige Brauerei einiges zu bieten. Dass bezieht sich nicht nur auf die unterschiedlichsten Musikstile, sondern auch auf verschiedene Auftrittsorte. Da wäre etwa das Kesselhaus, in dem Konzerte vor bis zu 1000 Besuchern stattfinden, das Maschinenhaus, wo Newcomer-Bands ihre Bühne finden oder die urige Alte Kantine mit ihren vielfältigen Veranstaltungen. Dort ist für jeden etwas dabei und so bunt wie das Programm ist auch das Publikum.

Kulturbrauerei Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg, U2 Eberswalder Str., Tel.431 51 51, www.kulturbrauerei-berlin.de

Spandau: Cover-Bands auf der grünen Insel

9. Der Name ist Programm: das JWD liegt tatsächlich "janz weit draußen", auf der Insel Eiswerder in Spandau. Seit Mitte der 90er-Jahre belebt der Rockclub erheblich das Spandauer Nachtleben-Angebot mit Live-Bühne, Dancefloor, Cocktail- und Terrassen-Bar. Das musikalische Angebot konzentriert sich auf die 60er- und 70er-Jahre, live treten Coverbands auf, so beispielsweise am 6. Mai die Rolling-Stones-Coverband Ed Stone und am 7. Mai die US-Classic-Rock-Truppe The Mr. Wiggly Band.

JWD Eiswerderstraße 22, Spandau, Tel. 335 60 00, U7 Haselhorst, weiter mit Bus 231, Fr./Sbd. und vor Feiertagen 21 Uhr Einlass, Eintritt 6 Euro, ab 22 Uhr Live-Musik, ab ca. 0 Uhr Disco