Kleine Entdeckungen

Weiter Blick über die Stadt

Die Sicht ist weit und klar - an guten Tagen reicht sie vom Charlottenburger Glockenturm bis Potsdam. Der Turm neben dem Olympiastadion ist seit Jahrzehnten ein Besuchermagnet. Viele der jährlich rund 60 000 Gäste sind vor allem darüber erstaunt, dass Berlin inmitten von Wäldern und Seen liegt.

Denn das ist aus 77 Metern Höhe besonders gut zu sehen. Viele Stadtrundfahrten beziehen den Ort gerade wegen dieses Überraschungseffekts in ihre Streckenplanung mit ein. Pächter Manfred Uhlitz lernte den Ort vor 30 Jahren kennen. Als Kunstgeschichtsstudent bot er Stadtführungen an - und blieb dem Turm verbunden. Der 54-Jährige sitzt bis heute gelegentlich im Kassenhäuschen (Eintritt: vier Euro, Kinder zwei Euro). Selbst Einheimische ohne Gäste gehören zu den Besuchern. Sie fahren mit dem gläsernen Aufzug im Innern des Turmes hinauf, vorbei am aktuellen Geläut. Die Original-Olympiaglocke hängt nicht mehr, sie steht am Fuß des Turms. Dort, unter den Maifeldtribünen, informiert eine Schau des Deutschen Historischen Museums über die Geschichte des Olympiageländes und seine Rolle in der Nazizeit. 2006, pünktlich zur WM, wurde der Turm saniert. In den Sommermonaten ist er täglich von neun bis 18 Uhr geöffnet.