Mein perfekter Sonntag

"Ich muss mich dauernd bewegen"

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Wenn Nina Kronjäger einen Sonntag ohne ihre Zwillinge verbringt, schläft sie aus. "Ich schaffe es nicht mehr, bis mittags zu schlafen, seit die Kinder in der Schule sind. Ich bin darauf konditioniert, früh aufzustehen", sagt die Schauspielerin.

Mit Kindern beschäftigt sie sich auch in ihrer Freizeit. Sie ist Schirmherrin des Labyrinth Kindermuseums an der Osloer Straße in Wedding . In dem in einem ehemaligen Fabrikgebäude untergebrachten Museum können die Kleinen aus dem Kiez kostenlos spielen, malen und speziell für Kinder konzipierte Ausstellungen genießen. Oft stammen sie aus Familien, die nicht viel Zeit für ihren Nachwuchs haben - schon gar nicht, um ihnen Geschichten vorzulesen. Das Vorlesen übernimmt dann Nina Kronjäger in dem Museum. "Ich bin wahnsinnig stolz, wenn ich es erreiche, dass mir die Kinder aufmerksam zuhören", sagt sie.

Zurück in den alten Kiez

Als sie erfahren hat, dass sie Zwillinge bekommt, kam ihr die Situation so absurd vor, dass sie zuerst in schallendes Lachen ausbrach. Mit dem Vater ihrer Kinder, dem Schauspieler Thomas Heinze, ist sie zwar nicht mehr zusammen, aber, sagt sie, "unsere Patch-Work-Family funktioniert großartig. Thomas mit seiner Freundin und Kind und ich verstehen uns gut." Und seit ihre Kinder größer sind hat auch sie wieder einen Freund.

Obwohl die 44-Jährige nicht gerne frühstückt, bekommt sie doch spätestens nach dem Vorlesen im Kindermuseum so richtig Appetit. Dann gönnt sie sich einen späten Brunch. Am liebsten in ihrem früheren Kiez in Kreuzberg, zum Beispiel im "Café Übersee" am Paul-Lincke-Ufer . Aber auch an Orten wie dem am Landwehrkanal gelegenen "Café Übersee" kommt es vor, dass sie sich wieder mit Texten für ihre nächste Rolle beschäftigt. Sie vermisst die Gegend ein bisschen, seit sie nach Friedrichshain gezogen ist. Berlin - das ist die Stadt, in der sie sich am meisten zu Hause fühlt. "Mittlerweile wohnen alle meine Freunde hier. Berlin ist schon ein ganz eigener Kosmos."

Für Nina Kronjäger, die neben ihrer Film- und Fernseharbeit immer wieder mit ihrem Lieblingsregisseur René Pollesch bei verschiedenen Theaterproduktionen zusammenarbeitet, ist die Hauptstadt ihre Heimat geworden. Es gibt viele Ecken, die sie an ihre Kindheit erinnern. Besonders mag sie, dass in dieser Stadt noch nicht alles ausdefiniert ist und es noch unbebaute Flächen gibt. Diese Unvollkommenheit macht für sie den besonderen Reiz der Stadt aus und gibt ihr ein gutes Gefühl: "Berlin hat auch eine romantische Seite". Trotz der Liebe zur Stadt sehnt sie sich aber auch nach dem Landleben.

"Ich habe zwar mit Freunden ein Haus auf dem Land gepachtet, aber wenn ich es nicht schaffe am Wochenende rauszufahren, dann ist der Prinzessinnengarten ideal, um draußen abzuhängen und in der Erde zu wühlen", sagt Nina Kronjäger.

Damit liegt sie ganz im Trend. Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit dem Gartenanbau in der Großstadt. Im Prinzessinengarten am Moritzplatz gegenüber vom Aufbau-Verlag kann man sich ein eigenes kleines Beet anlegen und später das Gemüse ernten.

Einen kleinen Kräutergarten hat Nina Kronjäger auch auf ihrem Balkon zuhause. Seit sie von ihrer Mutter ein Bewässerungssystem geschenkt bekommen hat, pflanzt sie dort Erdbeeren an. Das System versorgt die Pflanzen auch, wenn die Schauspielerin auf Reisen ist. Gartenarbeit sei einfach ideal, um Kindern einen Zugang zur Natur zu eröffnen. "Meine Zwillinge lernen nun, wie man Gemüse erntet. Sie wühlen dann mit den Händen in der Erde. Das ist nicht nur trockene Theorie, sondern konkrete Praxis."

Schwimmen am Spreewaldplatz

Eine gute Ernährung, zu der auch die selbst angepflanzten Kräuter gehören, ist Kronjäger wichtig. "Mir geht es besser, wenn ich mich gesund ernähre. Wir essen weniger Fleisch und wenn, dann auf jeden Fall vom Biometzger." Am liebsten kocht Nina Kronjäger Gesundes wie zurzeit Spargel. Nebenher treibt sie viel Sport. So besucht sie sonntags oft das Bad am Kreuzberger Spreewaldplatz , wo man sich auch schon mal in richtige Brecher werfen kann. Denn das Bad ist ein Wellenbad. Auch Kronjägers Kinder haben dort das Schwimmen gelernt. "Ich mag besonders, dass ich hier mit meinen Kindern herkommen und einen gemütlichen Sonntag mit einer Freundin verbringen kann."

Für Nina Kronjäger, die nicht gerne herumsitzt, ist jegliche Art von Bewegung ein willkommener Ausgleich, auch zum Vorlesen im Kindermuseum in Wedding oder für das oftmals lange Warten auf einen Einsatz als Schauspielerin am Filmset. Neben dem Schwimmen macht sie außerdem Yoga und geht Joggen. Am fittesten halten sie aber ihre beiden Kinder. "Mit Zwillingen läuft man den ganzen Tag hin und her", sagt sie. Dass sie dabei auf Trab gehalten wird, ist ihr willkommen: "Ich war als Kind schon hypermotorisch und muss mich dauernd bewegen."

Dafür lässt Nina Kronjäger den Sonntag ruhig ausklingen. Am liebsten schaut sie sich im Fernsehen einen "Tatort" an. "Die Reihe ist das Standardmaß beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Man hat sich über die Jahre etabliert und darf sich inhaltlich mehr rausnehmen. Da kann ich mir einiges an Inspiration holen."

"Mir geht es besser, wenn ich mich gesund ernähre"

Nina Kronjäger, Schauspielerin