Trus Top-Tipp

Blueslegende

Spreeradio-Moderator Jochen Trus empfiehlt Johnny Winter

Zum Ansehen: Spindeldürre, zerbrechliche Ärmchen, eine riesenhafte Gibson-Firebird-Gitarre, Cowboyhut und darunter wehendes Haar. Diese bizarre Silhouette, projiziert als Schatten an die Rückwand des alten Tempodroms, brannte sich in den 90er-Jahren unauslöschlich auf meine Konzert-Festplatte. Der 67-jährige Texaner Johnny Winter kam wie sein Bruder Edgar mit Albinismus zur Welt, und wenn die These stimmt, dass besonders benachteiligte Menschen den Blues spielen können, dann scheint es kein Wunder, dass Winter eine der letzten Genre-Größen dieser uramerikanischen Volksmusik ist. Sein Woodstock-Auftritt wurde angeblich aus dem Film geschnitten, weil er zu "merkwürdig" war. Mittlerweile ist er längst Mitglied der Blues-Hall of Fame. Wer Blues liebt, muss den Mann gesehen haben, Mittwoch in der Kulturbrauerei.

Zum Anhören: Wo Johnny Winter drauf steht, ist Blues drin. Um diesen wunderbaren Musiker mit dem schlohweißen Haaren und dem tätowierten Körper kennenzulernen, empfehle ich Ihnen besonders zwei Live-DVDs. 1979 machte ihn sein Rockpalast-Auftritt in der Essener Grugahalle auf einen Schlag in ganz Europa bekannt. Dieses Konzert gibt es seit diesem Monat endlich auch als DVD zu kaufen, die 17 Minuten-Version des "Mississippi Blues" ist eine Riesen-Sensation, bei dem Song "Jumping Jack Flash" rastet das Publikum völlig aus. Ebenso herausragend und sehenswert ist seine Interpretation von "Highway 61 Revisited" auf Bob Dylans 30-jährigem Bühnenjubiläum.

Weitere Tipps des beliebten Moderators bekommen Sie bei "Jochen Trus am Morgen" auf 105'5 Spreeradio