Kleine Entdeckungen

Chillen wie Fidel und Friedrich II.

Es ist ruhig geworden in der Pankower Tschaikowskistraße. Wo früher Botschaften, Diplomaten und ein Gästehaus der SED-Führung ansässig waren, wohnen nun Familien. Die Honecker-Herberge wird derzeit in Luxus-Wohnungen mit Poollandschaften umgebaut.

Die irakische Botschaft ist vollständig verschwunden. Am Ende der Straße steht frisch saniert und mit neuer Fassade das Schloss Schönhausen. Das Barockschlösschen war nicht immer allen zugänglich. Viele Jahre wehte im Gemäuer ein scharfer, streng sozialistischer Wind. Da trafen sich beispielsweise hohe Beamte und Stasi-Mitglieder. Ho Chi Minh, Fidel Castro, Indira Gandhi oder Michail Gorbatschow waren prominente Gäste. Friedrich II. hatte das Anwesen 1740 seiner Gemahlin Elisabeth Christine geschenkt. Sie bewohnte es bis zu ihrem Tode 1797. Das schmucke Schloss gehört heute zu den wenigen Bauten Berlins, die den Zweiten Weltkrieg heil überstanden haben. Zunächst war es Sitz für den Präsidenten der DDR. Der prachtvoll und mit viel Stuck verzierte Festsaal und das über drei Stockwerke reichende Treppenhaus strahlen inzwischen in altem Glanz. Seit 2009 sind Kamine, Spiegel, Paneele, Rokoko-Möbel und Tapeten aus der Zeit der Königin zu sehen.