Klassik

Cecilias Schatztruhe

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Eigentlich wollte Cecilia Bartoli Flamencotänzerin werden. Oder Fremdenführerin. Aber dann setzte sich doch die Musik durch. Die hatte sie nämlich zuhause ständig gehört - schließlich waren beide Eltern Opernsänger. Bei Cecilia scheint sich das elterliche Talent verdoppelt zu haben

Schon mit neun Jahren stand die Italienerin als Hirtenknabe in Puccinis "Tosca" auf der Bühne. Zehn Jahre später versuchte sie sich bei einer Fernseh-Talentshow und wurde prompt Zweite. Der Rest ist Geschichte.

Heute ist Cecilia Bartoli eine der berühmtesten Opernsängerinnen unserer Zeit. Ein Koloratur-Mezzosopran mit dunklem Timbre und umwerfendem Charme, dem sich niemand widersetzen kann. Mit ihrem Stimmumfang von zweieinhalb Oktaven ist ihrem Repertoire kaum eine Grenze gesetzt. Mozart, Bellini oder Händel singt sie ebenso wie Donizetti, Bachs h-Moll-Messe ebenso wie Rossinis "La Cenerentola".

Sie stand mit Herbert von Karajan auf der Bühne, mit Daniel Barenboim und Nikolaus Harnoncourt, verkaufte stolze acht Millionen CDs und stand mit ihren Aufnahmen mehr als 100 Wochen in den internationalen Pop-Charts. Ein Phänomen. Dabei setzt die temperamentvolle Italienerin, die schon zahllose Grammys, Bambis und Echo Klassik-Auszeichnungen bekommen hat, gar nicht so sehr auf Bekanntes. So sucht sie immer wieder nach vergessenen Stücken vernachlässigter Komponisten und bringt sie an die Öffentlichkeit.

Bei ihrer Suche stieß sie etwa auf die 1836 verstorbene Opernsängerin Maria Malibran oder nahm Arien auf, die ursprünglich für Kastraten geschrieben worden waren. Aus diesen Entdeckungen entstanden CDs wie "Maria Malibran", "Sacrificium" oder "Opera Proibita".

Im Rahmen der Konzertreihe First Classics Berlin singt sie jetzt in der Philharmonie Opernarien von Georg Friedrich Händel. Zu hören sind Auszüge aus "Rinaldo", "Giulio Cesare", "Lotario", "Rodelinda", "Rodrigo", "Alcina", "Amadigi" und anderen. Begleitet wird die stimmstarke Italienerin vom Orchestra La Scintilla. Das Ensemble, das am Opernhaus Zürich entstand und seit 1996 eigenständig ist, spielt auf historischen Instrumenten.

Klassik: Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Str. 1,Tiergarten, 4. Mai, 20 Uhr,Tel. 080 06 33 66 20

( Sb )