Kleine Entdeckungen

Wie aus einem fernen Jahrhundert

Ob von der Berg- oder der Friedrichsruher Straße - wer sich der Lukaskirche am Friedrichsruher Platz nähert, fühlt sich nicht mitten in einer Großstadt.

Man wähnt die mächtige Kirche aus grauem Stein eher in einem mittelalterlichen Städtchen. Das Gotteshaus in Steglitz wirkt wie eine Wehrkirche aus früheren Jahrhunderten, wurde aber erst 1914 bis 1919 nach Entwürfen des Baurats Walter Kern erbaut. Auffallend ist der 57 Meter hohe Rundturm mit dem roten Ziegeldach, der alle umstehenden, mehrgeschossigen Mietshäuser überragt. Nur die Gedächtnishalle für die Gefallenen des I. Weltkriegs ist original, sonst ist vom ursprünglichen Zustand seit dem II. Weltkrieg nicht viel erhalten geblieben. Die Wände sind schlicht verputzt. Ornamente an Emporen und Decke lassen erahnen, dass es früher anders aussah: prachtvoll gestaltet und farbig. Wiederhergestellt ist der Triumphbogen der Altarapsis, nicht aber dessen Pendant im Orgel-Triumphbogen. Und so sammeln die 60 Mitglieder des Freundeskreises weiter für die Verschönerung. Sie haben bereits Kirchenglocken und Bestuhlung, Polsterung und Schaukästen sowie Gesangbücher mitfinanziert. Außer den Gottesdiensten finden in der Lukaskirche Chor- und Orgelkonzerte statt.