Ausstellung

Fotogemälde: Tina Winkhaus - "Unter Tage"

Schwer zu sagen, ob ihre fotografischen Werke Reisen in die Höhlen der realen Bergwelt sind oder nicht viel mehr Expeditionen in die Abgründe der Seele. Wahrscheinlich sind sie beides.

Offensichtlich wohnt den Bildern von Tina Winkhaus, die bei der Schau "Unter Tage" zu sehen sind, ein Geheimnis inne, das dem Ort, an dem sie entstanden, geschuldet ist. Die Berliner Künstlerin hat sich mit der Kamera in Bergschächte begeben, die dort gefertigten Porträts wurden später meist in magischen, in Grün- und Brauntönen gehaltenen, Fotogemälden zusammengesetzt. Diese Inszenierungen schillern verstörend zwischen morbid und manieriert, sie zeigen Bewohner eines tagabgewandten Labyrinths, die mehr Feen oder sagenhafte Fürsten der Finsternis als Menschen zu sein scheinen. Sie wirken wie auf Samt und Seide gemalt, mal opulent, mal streng altmeisterlich, mal wie ein Gemälde von Caravaggio, mal wie von van Eyck inspiriert. Stets aber ist die Perspektive von Winkhaus die des verbotenen Blicks, der den Betrachter in etwas hineinzieht, das ihm besser verborgen geblieben wäre.

Ausstellung: Das Direktorenhaus, Am Krögel 2, Mitte, 21. April-25. Mai.,Mi-Fr 12-18.30 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 27 59 55 86