Film: Die Mondverschwörung

Wirrköpfe

"Prinzipiell muss man sagen, dass alles mit allem verbunden ist", sagt einer der "Theoretiker" in Thomas Frickels Dokumentation über abstruse Denker in deutschen Landen.

Aber je länger man in "Mondverschwörung" den Menschen und ihren Theorien des Zusammenhangs von Deutschen und Mond, Plutonium und Juden, von Hitler und Südpol zuhört, desto mehr drängt sich der Verdacht auf, dass jeder Glaube an einen Zusammenhang mit spezifisch deutscher Zwangsläufigkeit beim Antisemitismus landet. Ohne einen Zusammenhang erfinden zu wollen, sei klar gestellt, dass "Die Mondverschwörung" zu jener Sorte skurriler Dokumentarfilme gehört, die den Zuschauer mehr amüsieren als belehren wollen.

Den kuriosen Ausgangspunkt bildet ein Mann in den USA, der Grundstücke auf dem Mond verkauft. Er meint, er sei der Besitzer, allerdings gäbe es einen Deutschen, der behauptet, dass der Mond ihm gehöre. Als Vertreter lässt Frickel einen dicklichen Amerikaner agieren. Dieser Dennis befragt im deutschen Hinterland Menschen nach ihren Mond- und Welttheorien. Der wichtigsten Frage stellt sich Frickel aber nicht: Was unterscheidet den harmlosen vom gefährlichen Wirrkopf?

Doku: Deutschland 2010, 85 Min., von Thomas Frickel, mit Dennis R.D. Mascarenas

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