Mafia-Märchen

Der Dieb des Lichts

Eine Dorfidylle ist das nicht, im kirgisischen Kok-Moinok. Eine Durchgangsstraße und die Bahnlinie bringen den Verkehr von A nach B, ohne dass davon etwas hängen bleibt im Ort. Draußen fegt der Wind und wirbelt Staub auf, wodurch der Himmel etwas blass wirkt gegen die majestätische Bergkulisse, die sich zu beiden Seiten des Tals erhebt.

Hier lebt Svet-Ake, der "Lichtmann", wie sie ihn nennen: einer, der nicht nach Russland oder Kasachstan gegangen ist, um dort mit einem Hungerlohn immer noch mehr zu bekommen als zu Hause. Ein Elektriker mit Herz, der Kinder von Bäumen rettet und für seine Nachbarn den Strom klaut, weil sie ihn sonst nicht bezahlen könnten. Der kirgisische Regisseur Aktan Arym Kubat zeigt den Protagonisten seines Spielfilms als kirgisischen Robin Hood, der mit reinem Gewissen, aber gebücktem Gang läuft. Denn da ist die Tradition, nach der ein Mann nur ein Mann ist, wenn er einen Sohn gezeugt hat, und Svet-Ake brachte es nur zu Töchtern. Auch die Zeichen der Veränderung und der zwielichtige Businessmann Bekzat verheißen nichts Besseres. Kubat inszeniert sein Fallbeispiel über den Mafia-Kapitalismus mit leichter Hand als Frühlingsmärchen.

Komödie: F/D/NL/Kirgisien 2010, 80 Min., von Aktan Arym Kubat, mit Aktan Arym Kubat, Taalaikan Abazova, Askat Sulaimanov

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