Trus Top-Tipp

Dandyhafter Sonderling

Jochen Trus

Spreeradio-Moderator Jochen Trus empfiehlt Phillip Boa

Zum Anschauen: Gute 20 Jahre Indie-Kult hat Phillip Boa mittlerweile hinter sich. Zwei Dekaden schon folgt ihm die eingeschworene Fangemeinde, beinahe jährlich veröffentlicht er gute Alben, unverkennbar in ihrer düsteren Melancholie und melodiösen Schönheit - im Sound zwischen Robert Forsters Go Beetweens und Nick Caves Bad Seeds angesiedelt. Boa, der dandyhafte Sonderling und jahrelange Exilant auf Malta, spielt in diesem Jahr gleich zwei Konzerte in Berlin. Das erste heute Abend ist bereits ausverkauft, aber für die Zusatzshow am Sonntag im Columbia Club gibt es noch Karten. Der "Spiegel" beschrieb den Mann als "selbstverliebt und beseelt von gesundem Größenwahn" - das ist doch ein tolles Kompliment.

Zum Anhören: Zwei Album-Klassiker der 90er-Jahre, nämlich "Helios" und "Boaphenia" plus einige bisher unveröffentlichte Aufnahmen sind gerade remastered als Reissue-Paket erschienen. Das letzte neue Boa-Album heißt "Diamonds Fall" und verzaubert mit opulenten Streicherarrangements, mehrschichtigen Gitarrenwänden und Melodien, die einen bis in den Schlaf verfolgen. Dabei wird Boa von Jaki Liebezeit, dem Mitbegründer und Schlagzeuger der legendären Can verstärkt, der auch die kompletten Drums und Percussion dieses wunderbaren Albums eingespielt hat.

Weitere Tipps des beliebten Moderators bekommen Sie bei "Jochen Trus am Morgen" auf 105'5 Spreeradio