Kleine Entdeckungen

Die tönende Schatzkammer

Die Zitadelle Spandau hat schon immer Schätze gehütet. Nach 1871 den "Reichskriegschatz" aus den Reparationen der Franzosen, und jeden Winter unzählige Fledermäuse. Nun ist der Kriegsschatz längst verloren, die Fledermäuse davongeflattert. Und ein drittes Kleinod wird auch verschwinden: die "Braun Design Sammlung Ettel".

Der pensionierte Kunstlehrer Werner Ettel stellt auf 200 Quadratmetern Industriegeschichte aus. Rund 1000 Objekte der Firma Braun stehen derzeit noch in Reih und Glied und vermitteln einen perfekten Eindruck, wie Technik und Design sich im Haushalt durch schlichte Braun-Geräte veränderten. Die frühen Geräte erinnern an Möbel aus der guten Stube. Ab 1955 aber bestimmten die bald legendären Designer Dieter Rams und Hans Gugelot die Braun-Optik. Erstmals entstanden Klangkörper aus einem Blech-Holz-Plexiglas-Mix, etwa die "Radio-Phono-Kombination" SK4, bekannt als "Schneewittchensarg". Dem Ein-Knopf-TV "HF1" (1958) widmete die Post noch 1999 eine Briefmarke. 1958 auch entwarf Rams das Taschenradio "T3" mit einem Drehrad zur Bedienung. Das T3 sollte später die Gestalter des iPods inspirieren. Demnächst zieht die Sammlung um. Mehr Platz wird benötigt. Wohin, ist noch ungewiss.