Unter 20 Euro

Gelungener Mix aus Antikem und Hausmannskost

Bunte Keramik, Blumen und antike Möbelstücke schmücken den Eingangsbereich zum Café und Salon Eigenartich. Eine kleine Glocke erklingt und signalisiert dem Inhaber, dass ein Gast eintritt. Und dann die Überraschung: Man steht mitten in einem Wohnzimmer, umgeben von Kunst und Krempel aus vergangenen Tagen.

Hüte hängen an einem altertümlichen Kleiderständer. Überall sind kleine Schilder befestigt: "Zu verkaufen".

In den zwei Räumen sind Tische gedeckt. Wie zu Großmutters Zeiten mit allerlei edlem Geschirr, dem obligatorischen Silberbesteck und kleinen, weißen Platzdeckchen. Roberto Kummetz ist der Inhaber des Stübchens, sein alter Schreibtisch steht mitten im Raum. Etwas skeptisch stellt sich die Frage: Kann ich mich überall hinsetzen? Die Antwort lautet: Ja. Die Wahl fällt dann auf ein altes Sofa, das quietscht, aber dennoch sehr bequem ist.

Der kulinarische Auftakt ist dann ein leckeres Schwarzbrot und etwas Butter. Roberto Kummetz verschwindet in seiner kleinen Küche und kommt mit einem Milchcafé zurück. Aber nicht einfach im klassischen Glas, sondern in einer großen Kristall-Schale, ebenfalls ein Stück aus dem vorletzten Jahrhundert. Der Kaffee bleibt ungewöhnlich lange heiß und der Milchschaum ist perfekt.

Für knapp sechs Euro gibt es einen großen Teller Hühner-Gemüse-Suppe. Dazu wieder knuspriges Brot, alles perfekt angerichtet und sogar mit Tischserviette versehen. Möhren, Sellerie, Lauch und viel Fleisch - eingebettet im klassischen Weiß eines tiefen Suppentellers mit Goldrand. Herrlich nostalgisch und dazu noch lecker und ausreichend.

Jeden Tag gibt es andere Suppen und Eintöpfe. Wem der Sinn nach Frühstück steht, bekommt alles, was das Herz begehrt. Und Langeweile kommt niemals auf. Man befindet sich schließlich inmitten einer Reise in vergangene Tage.

Café Eigenartich Florastraße 67, Pankow, Do.-So. ab 11 Uhr, Tel. 88 66 89 72

Bewertung

Geschmack ****

Ambiente ***

Service ****

Preis/Leistung ****

Gesamt ****

Höchstwertung: *****