Film: Gesetz der Rache

Maßlose Selbstjustiz

Als Charles Bronson in den 1970er Jahren rot sah und in Michael Winners Rachefantasie seinen privaten Feldzug gegen das Verbrechen begann, galt sein Zorn noch all jenen kriminellen Elementen, die es gesetzestreuen Bürgern wie ihm unmöglich machten, durch die nächtlichen Straßen New Yorks zu spazieren. Damit war für Jahrzehnte der Rahmen des Selbstjustiz-Genres abgesteckt.

Anders verhält es sich bei dem von Gerard Butler gespielten Clyde Shelton in F. Gary Grays "Gesetz der Rache". Der Familienvater will nicht nur Gerechtigkeit für den Tod seiner Frau und seiner Tochter, die vor zehn Jahren ermordet wurden. Er will das amerikanische Justizsystem mit seinen Absprachen und Rechten für die Angeklagten zum Einsturz bringen. Maßlosigkeit war dem Selbstjustiz-Thriller immer zu Eigen. Aber wie ihr größenwahnsinniger Antiheld, der den Mörder seiner Familie in klassischer "Saw"-Manier zu Tode foltert und der Stadt Philadelphia und ihren Justiz-Organen den totalen Krieg erklärt, gehen F. Gary Gray und sein Drehbuchautor Kurt Wimmer weit über jedes anerkannte Hollywood-Maß von Maßlosigkeit hinaus. Alles in diesen wüst populistischen, antidemokratischen Schrei nach einem alttestamentarischen Recht ist überlebensgroß. Das gilt für die Morde und Actionsequenzen wie für Gerard Butlers stoisches Spiel, das den soziopathischen Rächer zu einer Art Übermensch verklärt.

Sheltons Gegenspieler ist ein blasser, von Jamie Foxx entsprechend profillos verkörperter Staatsanwalt, der nur seine Karriere im Blick hatte. Vor zehn Jahren war er es, der sich auf einen Handel mit dem sadistischen Killer von Sheltons Frau und Tochter eingelassen hatte.

Thriller: USA 2009 , 109 Min., von F. Gary Gray, mit Gerard Butler, Jamie Foxx, Leslie Bibb,Catherine Zeta-Jones

+----