Ausflugs-Tipp

Das Leben der Hugenotten in Französisch Buchholz

Narzissen, Krokusse und Forsythien blühen bereits in voller Pracht. Bei fast sommerlichen Temperaturen bietet sich ein Ausflug ins Grüne auf den Spuren der Hugenotten an. Ausgangspunkt ist die Tramstation der Linie 50 an der Hauptstraße in Französisch Buchholz.

Den alten Dorfanger prägen alte, stuckverzierte Bauernhäuser aus dem 18. Jahrhundert. Einige erinnern an die französische Vergangenheit: An der Hauptstraße 13 lag der Hugenottenhof. Nummer 15 war einst eine Schule. Die renommierte Familie Guyot residierte im Haus Nummer 19. Markantestes Bauwerk ist die alte Dorfkirche aus dem Jahr 1250. Im 17. Jahrhundert diente der Sakralbau zugleich der evangelisch-lutherischen und der französisch reformierten Gemeinde für den Gottesdienst. Die 17 französischen Familien, die wegen ihres Glaubens die Heimat verlassen hatten, stellten gegen 1688 ein Drittel der Bevölkerung. Hinter der Kirche befinden sich noch ein alter Fachwerkstall und das ehemalige Schulhaus der französischen Gemeinde.

Am Ende der Hauptstraße zweigt linkerhand die Triftstraße ab. Dort beginnt das Neubauviertel. Neben der Zeuschelstraße verläuft ein Grünstreifen. Auf dem schmalen ehemaligen Ackerstreifen wuchsen bis Ende des vorherigen Jahrhunderts Gemüse und Blumen. Vor dem Eingang zur Kleingartenkolonie geht es links herum. Wir folgen dem Schilling- bis zu Verdiweg, bis zum Landschaftsschutzgebiet Krugpfuhl.

Auf dem etwa 1,5 Hektar großen Areal befinden sich drei Wasserbecken. Der Krugpfuhl zählt zu den größten Amphibienlaichgewässern in Pankow. Dort leben Gras-, Moor-, und Teichfrösche sowie Erd- und Knoblauchkröte, die alle zu den gefährdeten Arten zählen. In Höhe Grenzweg erreicht man ebenfalls wieder einen Grünstreifen, der neben der Cunistraße bis zum Rosenthaler Weg führt. Die Familie Cuni gehörte zu den ersten in Buchholz ansässigen, aus Frankreich stammenden Siedlern calvinistischen Glaubens.

Dort erhält man auch einen Blick über das inzwischen nicht mehr ganz so neue Neubaugebiet "Gartenstadt Französisch Buchholz". Um nur ein Merkmal zu nennen: Als Reminiszenz an die ländliche Tradition erhielten beispielweise die Häuser am Rosenthaler Weg/ Ecke Petitweg große Schiebetüren aus Holz, die wie Scheunentore aussehen. Gartenbaubetriebe wie Brenke oder Blumen-Müller erinnern an die landwirtschaftliche Tradition. Am Rosenthaler Weg hält die Tram der Linie 50, die zum Ausgangspunkt zurückfährt.

Zu erwähnen ist noch eine Sehenswürdigkeit, die etwas abseits liegt. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte einen Abstecher zum "Großen Stein" an der Bucher Straße unternehmen. Nach der Autobahnrampe geht rechts ein Weg zu den Hundeübungsplätzen. Dort befindet sich der Findling aus der Eiszeit. Mit einer Länge von etwa 6,5 Metern und 4,5 Metern Breite wird sein Gewicht auf mehr als 100 Tonnen geschätzt. Deswegen sackt der Stein immer tiefer in den moorastigen Boden ein.

Länge: ca. sieben km