Kleine Entdeckungen

Freie Sicht auf den Sonnenuntergang

Das Tempelhofer Feld ist groß. Wer das erleben will, muss sich beeilen.

Denn die Erfahrung des Sommers 2010 zeigt: Es wird eng auf dem ehemaligen Flugfeld, kaum dass die Sonne scheint. Die Berliner haben das Areal vereinahmt, als sei es schon immer begehbar gewesen. Sie skaten, joggen, schieben Kinderwagen oder sitzen einfach nur herum. Im Winter war alles ganz anders. Es gab Ruhe zum Staunen. Das große Feld dehnte sich in gigantische Weite. Sogar Vögel ließen sich beobachten. Wer in diesem Frühling noch einen trüben Tag erwischt, kann sich von der seltsamen Stimmung überwältigen lassen. Durch die Leere weht ein heftiger Wind wie am Strand, in der Ferne geht die Sonne unter, belichtet ein paar Häuser am Horizont. Nichts dort ist lieblich wie etwa die Wege in der nahegelegenen Hasenheide mit ihren Büschen und Bäumen, Sträuchern und Bänken. Das Tempelhofer Feld ist hart. Gepflasterte Straßen führen hindurch. Die Wiese ist kurz getrimmt. Im Süden liegt gar kein Zugang. Wer aus Kreuzberg oder Schöneberg kommt, muss weite Wege gehen: Vom Westen gibt es nur zwei Zugänge - einen im Nordwesten beim alten Flughafengebäude und einen im Norden. Wer vom Schillerkiez kommt, hat es am einfachsten. Es gibt sechs Eingänge.