Unter 20 Euro

Ein Flensburger, in dem eine Boulette steckt

In diesem Restaurant gibt es neben Bouletten-Brötchen in allerlei Variationen ein pralles Angebot von Wortspielen. Staatsburger heißt die neue Hamburger-Adresse. Die Eck-Restauration gleicht einer aufpolierten Amtsstube.

An der Kasse steht "Einburgeramt", Stempel und Aktenorder dienen als Dekoration, die Speisekarte kommt als kleiner Aktenordner daher. Man geriert sich als straff-bürokratische Burger-Behörde.

Es kann nicht an den Speisen liegen, dass nicht alle Plätze bei unserem Besuch besetzt sind. Die haben originelle Namen wie Wolfsburger, Pittsburger oder Flensburger, und können jeweils mit 180 oder 220 Gramm Boulette geordert werden. Sie sind kreativ belegt, etwa mit Schmand, Olivenpesto, angeröstetem Sauerkraut, Schafskäse oder Jalapenos. Es gibt einen vegetarischen Burger sowie einen mit Biofleisch. Sie schmecken ordentlich. Auch die dicken Pommes knabbern sich gut weg.

Doch es gibt ein paar Kleinigkeiten, die irritieren. Hintergrundmusik ist eine feine Sache, aber muss ein Radiosender laufen? Das Burger-Vergnügen könnte ungetrübter sein, wäre der Ketchup hausgemacht oder stünde zumindest auf dem Tisch. Nachzuordern, weil das Schälchen leer ist, macht die Sache für den Gast lästig.

Es gibt eigentlich keine Vorspeisen, aber die Mozzarella-Sticks von den Beilagen funktionieren als Starter. Ein süßes Finale hingegen ist möglich. So stehen etwa Muffins auf der Karte. Bei der Wahl zwischen Bier und Wein sollte man sich für den Gerstensaft entscheiden - die klassische Kombination ist in diesem Fall die passendere und preiswertere. Bei Burger-Preisen zwischen 2,90 und 7,90 Euro, und angesichts der Tatsache, dass dies wohl die einzige Amtsstube ist, bei der man keine Wartenummern ziehen muss, gehört die Adresse durchaus in die Wiedervorlage.

Staatsburger Belziger Straße 34, Schöneberg, täglich ab 12 Uhr, Tel. 78 89 45 13

Bewertung

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