Ausflugstipp

Vom Griebnitzsee nach Babelsberg und Steinstücken

Diesen Spaziergang sollte man frühmorgens beginnen, wenn der Nebel noch über dem Griebnitzsee liegt und die Landschaft in eine herrlich-gespenstische Atmosphäre taucht. Bedeutungsvolle Stille umfängt dann den Besucher, das Glück liegt im Dunst am Wasser.

Gleich hinter dem S-Bahnhof Griebnitzsee betreten wir das Gelände der Uni Potsdam. Der "Campus Griebnitzsee" bildet mit den Komplexen am Neuen Palais und in Golm die Standorte der Potsdamer Uni. Für die Verzahnung mit privaten Forschungseinrichtungen steht das Hasso-Plattner-Institut. Man sieht es links hinter der Juristischen Fakultät. Der Bau wurde 1939 bis 1943 für das Rote Kreuz errichtet, ab 1952 saß die Verwaltung der "Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften" der DDR darin, die Kaderschmiede für Diplomaten und staatliche Entscheidungsträger.

Über die Stahnsdorfer Straße und die August-Bebel-Straße kommen wir zur Medienstadt Babelsberg mit dem Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) und dem Studio Babelsberg. 46 Hektar umfasst das Gelände, 2000 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. An der Marlene-Dietrich-Allee stoßen wir auf die roten Backsteingebäude, in denen sich der RBB befindet. Hier sind "Radioeins", Radio Fritz", "Antenne Brandenburg" und ARD-Gemeinschaftseinrichtungen untergebracht. Im Fernsehzentrum werden unter anderem "zibb" und "rbb aktuell" produziert. Geht man die Allee weiter, sieht man rechts und links bald historische Kulissen Berlins - Häuser, Kopfsteinpflasterstraßen, Fassaden. Sie werden für Filmproduktionen im angrenzenden Studio Babelsberg verwendet. Im Glasbau dahinter auf der rechten Seite ist die traditionsreiche Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf. Sie wurde 1954 gegründet und ist die älteste Filmhochschule Deutschlands.

Am umzäunten Filmpark Babelsberg entlang gehen wir weiter (geöffnet wieder ab 15. April, Tel. 0331 721 27 50, Gruppentouren ab 28. März möglich). Von außen sieht man Kulissen, etwa ein mittelalterliches Dorf. Das Studio Babelsberg ist Deutschlands größtes Filmstudio. Auch Hollywood produziert hier Filme wie "Operation Walküre". Wir gehen weiter über die Dianastraße, an der sich neue Stadtvillen neben 30-Jahre-Häusern darum streiten, wer die Bauform des Würfels am attraktivsten interpretiert, und gelangen zu der einstigen West-Berliner Exklave Steinstücken. Außerhalb des Berliner Stadtgebiets gelegen, war das 200-Einwohner-Dorf nach dem Mauerbau von West-Berlin abgeschnitten. Mit der ständigen Präsenz von drei US-Soldaten sowie einem Hubschrauber-Landeplatz demonstrierten die USA, dass der Zipfel zum Westen gehörte. An diese Vergangenheit erinnert in Steinstücken kaum noch etwas. Lediglich zwei Rotorblätter recken sich an dem einstigen Hubschrauber-Landeplatz in den Himmel - er ist heute ein Spielplatz inmitten von Einfamilienhäusern. Auch das Klettergerüst die Form eines Hubschraubers. Über das Universitäts-Gelände kommen wir rasch zum Ausgangspunkt zurück.

Länge: ca. 6,5 km