Kleine Entdeckungen

Trubel gegen die Tristesse des Alltags

Der Boxhagener Platz ist berühmt. Er fehlt in keinem Touristenführer. Und spätestens seit im Jahr 2010 der gleichnamige Film in die Kinos kam, sind der Ort und seine Geschichte während der DDR-Zeit weit über die Stadtgrenzen Berlins hinaus bekannt.

Wer den öden und heruntergekommenen Grasfleck neben dem kleinen Spielbecken und der leeren Plansche im Zentrum des nordöstlichen Friedrichshain unter der Woche sieht, mag sich zu Recht fragen: Warum eigentlich?

Besucher sollten am Wochenende vorbeikommen, wenn sich sonnabends der Markt rund um den umzäunten Platz zieht und sonntags ein Flohmarkt stattfindet. Dann verschwindet die alltägliche Tristesse im Trubel vieler Menschen. Oder im Sommer, wenn der Platz auch nachts bevölkert ist. Auf dem Rasen treffen sich Anwohner und das Partyvolk aus den Clubs an der Revaler Straße. Straßenmusiker treten auf, Artisten zeigen auf dem Platz ihre neuesten Kunststücke. Fest in der Hand der Kinder sind der Spielplatz und die Plansche. Sie wurde im Jahr 1925 nach Entwürfen von Erwin Barth erbaut.

Seinen Namen bekam der Platz im Jahr 1900 vom benachbarten Vorwerk Boxhagen, einer Kolonie. Die Anlage wurde 1903 fertiggestellt.