Trus Top-Tips

Geisterbahn

Jochen Trus

Spreeradio-Moderator Jochen Trus empfiehlt Esben & Co.

Zum Anschauen: Das englische Seebad Brighton ist doch eigentlich ein schönes, reizvolles Fleckchen Erde. Gut, früher sind traditionell die Londoner Kids ans Wasser gependelt, um sich zu prügeln, wie im Arbeiterklassen-Drama "Quadrophenia" von den Who zu sehen. Aber dass ausgerechnet von dort die düsterste Variante des derzeitigen Pop wie ein Friedhofswind zu uns hinüberweht, ist dann doch außergewöhnlich. Esben And The Witch, benannt nach einem dänischen Märchen, fühlen sich unverstanden, verletzt und missachtet. Und da es ja gut tut, Menschen zu treffen, die schlechtere Laune haben als man selbst, sei hiermit das Konzert des britischen Trios am kommenden Donnerstag im Comet Club empfohlen.

Zum Anhören: Sphärisch ferne, verhallte Stimmen, wummernde Bässe und klirrende Idiophone erzeugen eine depressive, wehmütige Stimmung. Songs über Krankheiten und Werwölfe, obskur-okkulte Anspielungen auf Mittelalter, Schlachten und blutige Zusammenstöße sind die Ingredienzien des neuen Albums "Violet Cries". Mit der Grabstein-Typografie auf dem Cover hauen sie dann doch etwas zu sehr auf den Putz, aber zum einen ist es ein Privileg der Jugend, die Welt zeitweise auch mal nur schwarz zu sehen und musikalisch ist das fraglos interessant gemacht.

Weitere Tipps des beliebten Moderators bekommen Sie bei "Jochen Trus am Morgen" auf 105'5 Spreeradio.