Ausflugstipp

Zum Bauernhof und auf den "Feldherrnhügel" von Lübars

Bei einem Ausflug in den Freizeit- und Erholungspark Lübars kann der Großstadtmensch das quirlige Cityleben schneller hinter sich lassen, als er denkt. Da, wo die Stadt ins Umland übergeht, locken ein Bauernhof und ein (fast) echter Feldherrnhügel.

Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit hat der Park einen ganz eigenen Charme. Nur wenige Menschen verirren sich hierher, man hat das Gebiet fast für sich alleine. Wo gibt es das sonst in Berlin? Der Ausflug ist auch für Kinder interessant - sie können zum Beispiel den Bauernhof kennenlernen, während die Erwachsenen einen Spaziergang machen.

Wir fahren mit der S 1 bis zum Bahnhof Wittenau. Immer mehr Bäume, Kleingartenkolonien und Wiesen schieben sich dem Passanten beim Blick aus dem Fenster vor die Augen und signalisieren: Man verlässt die Stadt. Mit dem Bus X 21 fahren wir vom S-Bahnhof Wittenau bis zur Endhaltestelle an der Quickborner Straße. Hier gehen wir ein paar Schritte in Fahrtrichtung weiter und dann rechts durch ein Tor. Es ist der Eingang zu dem Freizeitpark.

Angelegt wurde das knapp 40 Hektar große Areal mit einem Hügel in der Mitte von 1975 bis 1993 als Naherholungsgebiet für das als "Wohnsilo" geltende Märkische Viertel. Bis 1981 war auf der Fläche am Stadtrand eine Mülldeponie - kein Zweifel, der Wandel zum Besseren könnte nicht eklatanter ausfallen. Auf den Wander-, Reit- und Radwegen kann man sich sportlich betätigen, es gibt kleine Wiesen und Bänke, und der 85 Meter hohe Hügel in der Mitte, der im Mai vergangenen Jahres in einer kleinen Zeremonie "Lübarser Höhe" getauft wurde, lässt für Berliner Verhältnisse schon fast Bergsteiger-Gefühle aufkommen. Piloten von Modellflugzeugen lieben ihn genauso wie Rodler. Die schöne Rodelbahn hat sogar eine Flutlichtanlage.

Am Eingang des Parks tun sich allerhand Spielgeräte auf. Die Palette reicht von Tischtennisplatten über Kletter- und Geschicklichkeitsspielgeräte bis hin zu Rutschbahnen und einer kleinen Skater-Anlage. Gleich daneben liegt der Bauernhof. Er hat täglich von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet (Tel. 41 40 88 59), der Eintritt ist frei, und Gäste sind auch ohne Anmeldung willkommen. Wer mit Stadtkindern Tiere besuchen will, ist hier richtig. Es gibt mächtige Schweine Hühner, Ziegen, Schafe, Esel, schottische Hochlandrinder, Kälber und freche Ponys. An manchen Tagen werden Handwerkskurse angeboten, in der Hofschule kann man mehr über das Landleben erfahren, und es gibt oft Feste. Heute ist von 15 bis 18 Uhr Kinderfasching (drei Euro). Die Schenke hat sonnabends und sonntags geöffnet (11-16 Uhr). Wir gehen Richtung "Lübarser Höhe" weiter. Entlang eines Bachlaufs werden wir nur vom Krächzen eines Eichelhähers gestört, gelegentlich kommt uns ein Radfahrer entgegen. In Serpentinen geht es auf die Anhöhe hinauf. Wie von einem Feldherrnhügel aus sehen dort oben auf Berlin herunter. Die Route für den Rückweg überblickt man auch, und nach insgesamt einer Stunde wärmen wir uns in der Schenke wieder auf.

Länge: ca. 3 km