Kleine Entdeckungen

Zwischenstopp in Alt-Stralau

Zwei Stehlen aus rotem Sandstein, jeweils mehr als zwei Meter hoch. Ein Denkmal, das die Stralauer einem jungen Jura-Studenten gewidmet haben. Dabei logierte er kaum ein halbes Jahr unter der Adresse Alt-Stralau 25.

Überdimensioniert ist das Mal am Spreeufer nicht, wenn man beachtet, dass manche Historiker gar das gesamte 20. Jahrhundert nach dem Mann benannt haben. Die Rede ist von dem Philosophen und Ökonomen Karl Marx. Der Verfasser des Kommunistischen Manifests hatte zwischen April und Spätsommer 1837 auf der Landzunge zwischen Spree und Rummelsburger Bucht gelebt. Das Denkmal wurde 1964 errichtet, die Reliefs stammen vom Berliner Bildhauer Hans Kies. Eine in Stein gehauene Szene zeigt Marx in einem Gartenlokal, wo er den Gästen die Idee des Kommunismus erklärt. Tatsächlich war Stralau eine wichtige Station in der Marxschen Vita. Er war auf Anraten seines Arztes vor die Tore Berlins gezogen, um sich zu erholen. Zur Universität Unter den Linden lief er täglich zu Fuß. Ein weiteres Relief ist dem Generalstreik der deutschen Glasarbeiter von 1901 gewidmet. Seinen Anfang nahm er in der Stralauer Glashütte. Die streikenden Arbeiter beriefen sich auch auf den jungen Anwalt, der einst ihr Nachbar war.