Film: Endstation der Sehnsüchte

Rückkehrer

Sie sei nur in Korea geboren, poltert die Rentnerin, "aber mein Denken ist durch und durch deutsch!" Schließlich habe sie in Deutschland mehr als 30 Jahre lang voll integriert gelebt. Sie sagt es auf Deutsch, schlecht gelaunt, aber doch auch ein wenig stolz.

Wir befinden uns in der deutschen Provinz, und das mitten in Südkorea. Eine Zwei-Welten-Konstellation, wie gemacht für die Regisseurin Sung-Hyung Cho ("Full Metal Village"). Südkoreanische Regionalpolitiker erbauten das "Deutsche Dorf" Dogil Maeul eigens für ihre Landsleute, die als Gastarbeiter nach Deutschland gegangen sind. Man hoffte, mit den Rückkehrern auch Touristen in die strukturschwache Region zu locken. Was dazu führte, dass die Bewohner nun wie Zootiere begafft und bekichert werden von Leuten aus der Großstadt. Mit lakonisch stillhaltender Kamera geht Sung-Hyung Cho den teils dramatischen Geschichten nach, die hinter den Erfolgsbiografien der drei porträtierten Rentnerpaare stehen. Dass man dennoch nicht viel vom Einzelnen erfährt, liegt daran, dass es Sung-Hyung Cho statt auf Interview-Marathons auf ulkige Szenen samt Ehekrach und Wurstverarbeitung abgesehen hat.

Doku : Deutschland 2009, 90 Min., von Sung-Hyung Cho, mit Yong-Sook, Armin Theis, Chun-Ja

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