Trus Top-Tipp

Der Jazz-Meisterwerker

Spreeradio-Moderator Jochen Trus empfiehlt Rolf Kühn

Zum Anschauen: Ich spreche liebend gern über Musik. Ein besonders wertvolles Gespräch durfte ich im vergangenen Sommer in einem Berliner Straßencafe mit der deutschen Jazz-Legende Rolf Kühn führen. Der ging Mitte der 50er-Jahre mit seiner Klarinette und nur einem Koffer nach New York. Bald spielte er für Swing-Pionier Benny Goodman, in der sagenhaften Band von Count Basie, aber auch im Duett mit der großen Ikone des Free Jazz, Ornette Coleman. Der 81jährige erzählte mir von Erlebnissen mit Billie Holiday, Joe Zawinul oder John Coltrane. Aber vor allem war er neugierig auf der Suche nach neuer Musik und Inspiration. Das zeichnet ihn aus, das hält ihn jung. Heute spielt er mit Trio im Maison de France.

Zum Anhören: Rolf Kühn, der feine Ausnahme-Klarinettist, hat Generationen von deutschen Jazzern beeinflusst. Der außergewöhnliche, klare Ton, seine überraschende Improvisation sind unverkennbar. Ihm gebührt auch international ein Teil der Pionierleistung, die Grenzen seines Instruments nach der Swing-Ära neu definiert zu haben. Deutsche Jazz-Geschichte ist Kühns 62er Album mit dem jungen Klaus Doldinger. Ich persönlich liebe sein Fusion-Album "Total Space" von 1975, mit seinem Bruder Joachim an den Tasteninstrumenten und sensationellem Groove.

Weitere Tipps des beliebten Moderators bekommen Sie bei "Jochen Trus am Morgen" auf 105'5 Spreeradio