Unter 20 Euro

Ein klares "Ja" zum Restaurant namens "Nö"

An der Friedrichstraße zu bummeln macht Spaß. Aber dort essen? Nur, wenn man sich in Edelrestaurants, Café- oder Restaurantketten wohl fühlt. Wer einen gemütlichen Ort zum Entspannen sucht, hat es dort nicht so einfach. Fündig wird man ein paar Schritte weiter gen Westen.

An der Glinkastraße befindet sich das Nö.

Es ist gemütlich, das sieht man gleich. Die Wände um die Eingangstür sind bewachsen, aus den Fenstern scheint warmes Licht in die Dunkelheit. An den Wänden hängen darinnen Regale mit Weinflaschen und Berlin-Büchern, daneben tickt eine Kuckucksuhr.

Wir sitzen links neben einer großen Amphore. Die kleinen runden Nö-Tische scheinen noch aus den Zeiten des Kalten Krieges zu stammen. Unter der Tischplatte befindet sich eine zweite Platte - ideal, wenn man eine Verschwörung plant und heimlich Dokumente herüberschieben will. Nicht so ideal, wenn man Beinfreiheit braucht - wir müssen uns breitbeinig hinsetzen. Wirklich ziemlich unelegant.

Zum Aufwärmen bestellen wir eine heiße Zitrone und lesen die Speisekarte. Das Essen ist lecker. Das Nö führt eine wöchentlich wechselnde Mittagskarte und eine gute Weinkarte. Bei früheren Besuchen aßen wir gern in Rotwein eingelegte Speckpflaumen für 90 Cent. Abends findet man Gerichte wie gegrillten Camembert für sieben Euro und geschmorte Lammkeule für 13,50 Euro. Sechs verschiedene Elsässer Flammkuchen werden angeboten. Wir wählen Flammkuchen "Forestière" mit Sauerrahm, Chorizo (spanischer Salami), Champignons und Rucola. Der Teig ist zart und knusprig, die acht Euro sind gut angelegt. Dazu trinken wir, etwas stillos, einen Rotwein, einen Portugiesen von 2007 für drei Euro pro 0,1 Liter. Er ist ordentlich. Weil der Abend lang wird, gibt es später einen zweiten. Insgesamt zahlen wir 16,50 Euro. Nicht zu viel.

Café Nö Glinkastraße 23, Mitte, Mo.-Fr. 12-1 Uhr, Sbd. 19-1 Uhr, Tel. 201 08 71

Bewertung

Geschmack ***

Ambiente ***

Service ****

Preis/Leistung ***

Gesamt ***

Höchstwertung: *****