Unter 20 Euro

Schöne Überraschungen im einstigen Reitstall

Das Gebäude, in dem sich der Alte Dorfkrug befindet, hat eine bewegte Geschichte. Im 17. Jahrhundert erstmals erwähnt, diente das Haus als Reitstall und Lichtspielhaus.

Einmal stand es in Flammen, später lagerte man dort säckeweise Kali-Dünger. 1984 mietete der Verein Natur & Kultur den Saal, kaufte später den ganzen Gebäudekomplex. Eine eigenständige GmbH des Vereins kümmert sich seit vier Jahren um das historische Wirtshaus - wie man sieht, mit viel Liebe zum Detail.

Vorbei an den Hochhäusern des Märkischen Viertels zäumen romantische Gaslaternen die Straße zum Alten Dorfkrug. Die Treppen führen wie in einer herrschaftlichen Villa in den Empfangsbereich. Dort wird man bereits von einem freundlichen Herren erwartet, der standesgemäß mit einer perfekten Handbewegung zum Tisch begleitet. Herrlich, denn so was erwartet man in Berlin nur in den Sterne-Restaurants. Aber auch Lübars bietet dies, trotz der dörflichen Idylle. Die Gasträume sind hell und die Dielen knarren charmant. Das passt gut zum Ambiente, viel Holz aus alter Substanz ist erhalten geblieben. Der Tisch ist mit echten Stoffservietten und dem "guten Silber" gedeckt. Die Karte offeriert Winterliches, etwa Gans, Ente, dazu Klöße und allerlei Fisch. Die Preise sind nicht gerade günstig, aber annehmbar.

Die Wahl fällt auf Rose vom Räucherlachs mit Kartoffel-Rösti, Senf-Honig-Sauce und Salat. Dazu, empfohlen vom Haus, ein "Jakob", ein rheinischer Bio-Landwein: fruchtig, süffig, trocken und sehr bekömmlich (3,40 Euro). Die heißen Rösti sind außen knusprig, innen schön weich, die Sauce mit Dill verfeinert und äußerst schmackhaft. Der üppige Räucher-Lachs schließlich ist kunstvoll als Blume drapiert. Ein rundum leckeres Essen in schöner, ländlicher Atmosphäre am nördlichen Stadtrand Berlins

Alter Dorfkrug Alt-Lübars 8, Lübars, Tel. 92 21 02 30, Mi.-Fr. ab 12 Uhr, Sbd./So. ab 10 Uhr

Bewertung

Geschmack * * * *

Ambiente * * * *

Service * * * *

Preis/Leistung * * *

Gesamt * * * *

Höchstwertung: * * * * *