Film

"My Big Fat Greek Summer"

Selten hat ein Film im Titel aufdringlicher kundgetan, in welchem Erfolgskielwasser er zu schwimmen gedenkt. Mit "My Big Fat Greek Wedding" gelang der Schauspielerin und Autorin Nia Vardalos 2002 ein seltenes Kinowunder.

Als Independent-Produktion mit einem Budget von nur 5 Millionen Dollar realisiert, wurde der Film, dessen Vorlage sie selbst geschrieben hatte und in dem sie die Hauptrolle übernahm, zuerst zum Geheimtipp, dann zum Box-Office-Schlager und spielte weltweit schließlich über 368 Millionen Dollar ein. Dass es der neuen Liebeskomödie trotz des um Gleichlaut bemühten Titels "My Big Fat Greek Summer" nicht gelingen wird, diese Erfolgsgeschichte zu wiederholen, wird leider auf den ersten Blick klar: Gewissermaßen ist das Wunder hier nämlich schon geschehen. Nia Vardalos, die mit vollschlanker Figur, großer Brille und eigenwilligem Styling in ihrem Erstling noch eine ganz unwahrscheinliche und deshalb umso liebenswertere Heldin war, ist zur vollkommenen Schönheit mutiert. Aber wie das manchmal so ist: Jener Charme des Unkonventionellen, der "My Big Fat Greek Wedding" so besonders machte, scheint ihr fast gänzlich abhanden gekommen.

Wieder spielt sie eine Amerikanerin griechischer Abstammung. Diesmal flieht sie vor Enttäuschungen in den USA, wird Reiseführerin in Griechenland. Dort verzweifelt sie zunächst am griechischen Laissez-faire und dem mangelnden Bildungsinteresse ihrer englischsprachigen Reisegruppe. Zusätzlich macht ihr ein Konkurrent das Leben schwer, indem er ihr zum Beispiel den Bus mit der Klimaanlage wegschnappt. Dann aber entpuppt sich ein Amerikaner aus ihrer Truppe als echter Philosoph und beim Orakel in Delphi wachsen die gegenseitigen Sympathien. Leider nicht die beim Zuschauer: Das Niveau der altbackenen Witze und die Vorhersehbarkeit der Handlung erinnern an eine deutsche Reisekomödie aus den 50er-Jahren - und das ist nicht als Kompliment gemeint.

Komödie : USA/Spanien 2009, 95 Min., von Donald Petrie, mit Nia Vardalos, Richard Dreyfuss, Harland Williams, Alexis Georgoulis, John Corbett

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