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Expressiver Realist

Sein Triptychon "Dorffestspiele in Wartenberg" wurde 1961 von der SED-Führung heftig kritisiert, weil die Darstellung der Arbeiter nicht der idealisierten Vorstellung entsprach. Sein Porträt des Sängers und Schauspielers Ernst Busch wurde 1969 ebenfalls beanstandet - auch vom Porträtierten selbst, weil das Gemälde einen müden alten Mann abbildete.

Aufgekauft vom Ministerium für Kultur gilt es heute als verschollen. Die Rede ist von dem Maler Ronald Paris, der 1952-58 an der Kunsthochschule Weißensee bei Gabriele Mucchi studiert hat und 1963-66 Meisterschüler bei Otto Nagel an der Akademie der Künste war. Seine systemkritischen Lehrer haben ihn ermutigt, einen expressiven Realismus von expressiver Farbigkeit zu schaffen. Dieser hat jedoch nicht viel mit den Jungen Wilden gemein: Paris bleibt stark einer Realitäts-Deutung verbunden und schafft neben Landschaften auch Porträts, die er wie Landschaften behandelt. Das dramatisch Bewegte wird zum Kennzeichen. Zu sehen sind in der Galerie am Gendarmenmarkt Zeichnungen und Gemälde aus sechs Jahrzehnten.

Galerie am Gendarmenmarkt, Taubenstr. 20, Mitte, Tel. 20 64 84 17, bis 21.5. Di-So 14-20 Uhr, feiertags geschlossen