Bühne

Nie ohne Strapsmaus

Ohne seine Strapsmaus geht Andreas Rebers nirgendwohin. Schon gar nicht auf die Bühne. Immerhin liebt er jeden Zentimeter von ihr und entlockt ihr die wunderbarsten Töne.

Was gerade in seinem Programm "Lieber vom Fachmann" von großer Bedeutung ist - schließlich geht es darum, das totgeglaubte politische Lied wiederzuerwecken. Und das wäre ohne sein Akkordeon namens Strapsmaus absolut undenkbar.

Mit verbalen Streicheleinheiten darf man aber nicht rechnen, wenn Rebers dem Instrument zu Leibe rückt. Dafür sorgen schon Songs wie die Islamisten-Polka, der Fliesenleger-Rap oder der Bademeister-Song, die er mit hinterhältig harmlosem Lächeln vorträgt. Der Erfinder der "Polonaise durch die Institutionen" befasst sich mit Arbeiter- und Liebesliedern in der Tradition von Brecht, Bohlen und Karl Moik und füllt die Superhits der achtziger und neunziger Jahre mit ganz neuen Inhalten.

Wenn er nicht das Akkordeon bearbeitet, spielt Rebers seine Volksweisen auf dem Klavier. Und ist dabei vom schenkelklopfenden Brachialhumor einiger Kollegen meilenweit entfernt. Mit dem skurrilen Liedgut, seiner entlarvenden Ironie, politischer Unkorrektheit und verschrobenen Gedankensprüngen irritiert er die Zuschauer so lange, bis sie über Sachen lachen, über die sie gar nicht lachen wollten. Was dem ehemaligen Mitglied der Münchner Lach- und Schießgesellschaft nach dem Salzburger Stier (2006) und dem Deutschen Kleinkunstpreis (2007) jetzt auch den Deutschen Kabarettpreis eingebracht hat. Darauf ausruhen aber wird er sich nicht. Querdenker werden nämlich gebraucht in diesem Land.

Bar jeder Vernunft: Schaperstr. 24, Wilmersdorf, Tel. 883 15 82. Heute, 20 Uhr, 22 Euro