Frühkritik

Klangschöner Faust an der Deutschen Oper

Regisseur Philipp Stölzl ist für seinen Bilderreichtum bekannt.

In seiner Inszenierung von Charles Gounods Faust an der Deutschen Oper zügelt er ihn etwas – indem er alle Figuren um einen mächtigen Turm kreisen lässt. Gefängnisartig wirkt dies – wo doch Marguerite zu Beginn aus ihrem Kerker die Geschichte ihrer eigenen Verführung erzählt. Die Regieeinfälle gehen aber nicht an die Substanz des Goethe-Stoffes. Das Orchester begleitet farbenreich, gesungen wird großartig: Allen voran gibt die Marguerite der Krassimira Stoyanova ihrer Figur Seele. Die Arien des Faust von Teodor Ilincai berühren, auch wenn die Gestalt blass bleibt. Am Ende überwiegt der Beifall für die Solisten vereinzelte Buhrufe für das Regieteam. Die ausführliche Kritik lesen Sie morgen.