Unesco

Pommes frites werden Weltkulturerbe

Es liegt eben oft tiefe Wahrheit in Witzen, die die Völker übereinander machen. Zum Beispiel in diesem hier: Was ist 15 Meter lang und riecht streng nach Pommes frites?

Ein Bus voller Belgier. Pommes frites – speziell im Arrangement Moules-frites (Miesmuscheln in Gemüsesud) – sind so etwas wie das Grundnahrungsmittel von Flamen und Wallonen und offenbar das Einzige, was die beiden ansonsten traditionell zerstrittenen Volksgruppen Belgiens wirklich verbindet. Ansonsten können sie sich ja nicht einmal auf die Farbe der Straßenbeleuchtung einigen.

So ist es ein kleines Wunder, dass die querulatorisch ineinander verhakten Ethnien des Landes sich tatsächlich darauf einigen konnten, die zerspanten Kartoffeln auf die Unesco-Liste der immateriellen Kulturgüter zu bringen. Immaterielles Kulturerbe ist laut Beschreibung der Unesco-Kommission „entscheidend von menschlichem Wissen und Können getragen“. Ob wallonische Friteries oder flämische Fritkofs – bei den Namen für die Pommesbuden geht der Sprachenstreit allerdings gleich schon wieder los – kein Ort Belgiens kommt ohne sie aus.

Entstanden sein soll die Fritte übrigens wie jede große Kulturleistung: aus der Not. Als im 17. Jahrhundert, solange gibt es schon Fritten, Flüsse zugefroren waren, frittierten die armen Belgier statt Fisch einfach rohe Kartoffeln.