Einzelhandel

Dringend nötig

Supermärkte sollen Toiletten für Berliner öffnen – kostenlos

Es ist menschlich, allzu menschlich: Man steht im Supermarkt, schaufelt Milchtüten, Rispentomaten und Kaffee aus den Regalen in den Einkaufswagen – und muss. Plötzlich. Dringend. Zur Toilette. Aber der Weg nach Hause ist noch weit. Außerdem braucht man auch noch Bananen, Nudeln, Kirschmarmelade. Ein Problem, das sich bald ändern soll. Denn Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) will Märkte verpflichten, ihre Toiletten zu öffnen – kostenlos. Zunächst soll die Regel für neu gebaute Supermärkte gelten, perspektivisch aber auch für bereits bestehende, sagte der Senator am Donnerstag in Berlin. Derzeit gebe es nicht genügend öffentlich zugängliche, kostenlos nutzbare Toiletten.

„Im Herbst soll die Bauordnung geändert werden und im Januar 2016 in Kraft treten. Bestehende Supermärkte ab 800 Quadratmeter und neue Märkte müssen dann ein Kunden-WC einbauen“, erklärt der Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Martin Pallgen. Bestehende Märkte haben eine Übergangsfrist, um nachzurüsten. Rewe baue schon jetzt in jeden neuen Markt rollstuhlgerechte Toiletten, erklärte Pressesprecherin Stephanie Behrens.

Vor allem ältere Menschen dürfte dies freuen. Für sie sei auch die neue Regel notwendig, meint Geisel. Und sicher werden auch Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Touristen das Angebot nutzen. Schon jetzt weist die App „WC Finder“ manchem den Weg. Wer es eilig hat, hat solche Hilfen dringend nötig.