Festung Europa

Protest mit Flüchtlingsleichen

Künstler planen Aktion in Berlin –  Dramatische Szenen in der Türkei

Die Berliner Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ will nach eigenen Angaben Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrunken sind, in Berlin bestatten. Die sterblichen Überreste der Toten sollten an diesem Dienstag auf dem Muslimischen Friedhof im Ortsteil Gatow in Spandau beerdigt werden. Am Sonntag sollen zudem vor dem Kanzleramt die Grundsteine für einen neuen Flüchtlings-Gedenkfriedhof aufgestemmt werden. Mit beiden Aktionen will die Künstlergruppe gegen die europäische Flüchtlingspolitik protestieren.

In Gatow sollen angeblich eine im Mittelmeer ertrunkene Mutter und ihr zweijähriges Kind beerdigt werden. Weitere Bestattungstermine würden „aufgrund der politischen Brisanz und der zu erwartenden Repression kurzfristig kommuniziert“, hieß es weiter. Ob tatsächlich sterbliche Überreste von Flüchtlingen nach Berlin gebracht werden, war nicht zu klären. Die Künstlergruppe arbeitet auch mit Mitteln der Satire, um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen.

Nach tagelangem Ausharren an der Grenze sind mehrere Tausend Menschen vor den heftigen Gefechten in der nordsyrischen Stadt Tell Abjad in die Türkei geflohen. Die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, nach Öffnung der Grenze am Sonntagabend hätten 2800 Flüchtlinge den Übergang zur türkischen Stadt Akcakale passiert. Aus der Region sind in den vergangenen zwei Wochen nach Angaben von Anadolu rund 20.000 Syrer in die Türkei geflohen.