Malaysia

Der Berggeist mag keine Nackten

Emil Kaminski zeigt gern sein blankes Hinterteil. So auch auf der malaysischen Insel Borneo, wo am Freitag ein Erdbeben der Stärke 5,9 in der Nähe des Kinabalu-Berges 18 Kletterer in den Tod riss.

Nun werden der 33-jährige Emil Kaminski, Anführer einer zehnköpfigen FKK-Touristengruppe, und seine Reisebegleiter wegen unzüchtigen Verhaltens in dem südostasiatischen Land vor Gericht gestellt. Die Gruppe hatte sich am 30.Mai auf dem höchsten Berg Malaysias, dem Kota Kinabalu, splitternackt fotografiert und die Fotos auf sozialen Medien gepostet.

Das exhibitionistische Hobby der FKK-Gruppe gilt im überwiegend muslimischen Malaysia als Verbrechen. Schlimmer noch: Bei den indigenen Stämmen der Kadazan-Dusun auf Borneo gilt das Verhalten als direkter Affront gegenüber den Berggeistern. Selbst der stellvertretende Ministerpräsident von Sabah, Joseph Pairin Kitingan, beschuldigt die Ausländer, mit ihrem „respektlosen Verhalten” die Katastrophe verursacht zu haben: Der Geist des Berges sei erzürnt und habe sich gerächt. Kitingan kündigte an, die Geister sollen mithilfe eines besonderen Rituals beschwichtigt und die Wogen geglättet werden.