Kosaken reiten nach Berlin

Russen wollen wie Putins Rocker an den Zweiten Weltkrieg erinnern

Nach dem Motorradklub „Nachtwölfe“ will nun auch eine Gruppe russischer Kosaken zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs nach Berlin reisen. Die etwa 20 Teilnehmer machten sich am Sonntag mit ihren Pferden auf den Weg, um am 22. Juli in der deutschen Hauptstadt einzutreffen, wie Organisator Pawel Moschtschalkow in Moskau sagte.

Die Kosaken wollen demnach durch Weißrussland und Polen reiten, auf der gleichen Route, die auch die sowjetische Kavallerie im Zweiten Weltkrieg nahm. Die Reise sei „absolut unpolitisch“, betonte Moschtschalkow. Im russischen Fernsehen war zu sehen, wie die Gruppe zum Auftakt ihrer Reise mit Militäruniformen, Schwertern und einer russischen Flagge durch Moskau ritt.

„Es ist eine Reise der Freundschaft. Die Deutschen haben positiv auf unsere Touren reagiert“, sagte Organisator Moschtschalkow mit Blick auf einen Trip nach Frankreich im Jahr 2012. Unklar sei jedoch, wie die Reaktion in Polen ausfalle.

Ende April hatte die Fahrt der Putin- und Kreml-nahen „Nachtwölfe“, die zum Gedenken an den Sieg über Hitlerdeutschland vor 70 Jahren von Moskau nach Berlin reisen wollten, für heftige Proteste in Osteuropa gesorgt. Polen und mehrere andere Länder verweigerten den Bikern die Einreise.

Nach Angaben der Moskauer Regionalregierung werden die Kosaken auf ihrem Weg auch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Pferdeschauen organisieren. Später sollen sich demnach auch deutsche und polnische Reiter der Gruppe anschließen, heißt es.