Bonusprogramm

Bessere Bildung: Senat will sozial schwache Schüler stärker fördern

Ausweitung der Hilfe auf 246 Schulen kostet zwei Millionen Euro pro Jahr zusätzlich

Der Berliner Senat wird Schüler aus sozial benachteiligten Familien künftig noch stärker unterstützen. Aus diesem Grund sind jetzt weitere 28 allgemeinbildende Schulen der Stadt in das Bonusprogramm aufgenommen worden, das finanzielle Hilfe für Schulen in schwieriger sozialer Lage bereit stellt.

Von August an wird jede dieser 28Schulen jährlich bis zu 100.000 Euro zusätzlich bekommen, über die sie frei verfügen können. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte am Freitag: „Ziel des Bonusprogramms ist es, die Bildungschancen der Schüler zu verbessern und ihren Lernerfolg von der sozialen Herkunft zu entkoppeln.“ Es gehe auch darum, den Anteil der Schüler ohne Schulabschluss weiter zu senken.

Das Berliner Bonusprogramm war Anfang 2014 gestartet worden. Bisher kamen 218 der insgesamt 637 öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in den Genuss dieser zusätzlichen Förderung. In den Jahren 2014 sowie 2015 standen dafür jeweils 15 Millionen Euro zur Verfügung. Die nun verkündete Ausweitung des Programms kostet weitere zwei Millionen Euro jährlich.

Bildungssenatorin Scheeres sagte der Berliner Morgenpost, dass sie sich in den laufenden Beratungen über den Haushalt 2016/17 für diese Form der Förderung stark machen werde. „Ich setze mich dafür ein, dass das Bonusprogramm in voller Höhe erhalten bleibt“, so Scheeres. Das entscheidende Kriterium für die Aufnahme einer Schule in das Programm ist die Zahl derjenigen Schüler, die von der Zuzahlung zu den Lernmitteln befreit sind, weil ihre Eltern zu wenig verdienen. Sind es mehr als die Hälfte der Schüler einer Schule, kann diese von dem Programm profitieren. Gegenwärtig lernen insgesamt rund 86.000 Schüler an Bonus-Schulen, etwa 65 Prozent von ihnen kommen aus sozial schwachen Familien. Viele der neu in das Hilfsprogramm aufgenommenen Einrichtungen befinden sich in den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Spandau.

Für SPD-Fraktionschef Raed Saleh, der das Hilfsprogramm mit initiiert hatte, ist das ein Zeichen dafür, dass sozial schwache Familien zunehmend aus den Innenstadtbezirken verdrängt würden. „Viele ziehen in die Randbezirke, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten können“, sagte er. Hinzu käme die wachsende Zahl von Flüchtlingskindern. Saleh sprach sich dafür aus, das Bonusprogramm auf Berufsschulen, Oberstufenzentren und Schulen in freier Trägerschaft auszuweiten.