Toleranz

Für mehr Liebe im Verkehr

In Wien werden homosexuelle Ampelpärchen gezeigt – für kurze Zeit

Anders als der steife Mann in Westdeutschland, forderte in Ost-Berlin ein pummeliges Männchen mit Hut zum Gehen und Stehen auf. Heute ist aus dem Verkehrssignal eine eigene Kultmarke geworden. Und der Mann hat 2004 in Dresden und Zwickau versuchsweise auch eine Frau bekommen.

Auch andere Städte experimentierten mit ihren Ampelfiguren. Den neuesten Einfall hatte die österreichische Hauptstadt Wien. Dort weisen neben klassischen Ampelmännchen künftig auch schwule, lesbische und heterosexuelle Pärchen Fußgängern den Weg. Eng umschlungen oder Händchen haltend. Auf rund 50 Ampeln sollen die Paare Passanten über die Straße lotsen, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Die ersten Anlagen im Zentrum sind bereits eingerichtet. Anlässlich bevorstehender Events wie dem Eurovision Song Contest und dem Life Ball zugunsten HIV-positiver Menschen will die Stadt damit für mehr Toleranz werben. Auch die Verkehrssicherheit soll mit dem Hinguckeffekt erhöht werden: Die Stadt will untersuchen, ob die diversen Liebespaare Fußgänger davon abhalten, die Straße bei roter Ampel zu überqueren. Die Ampel-Pärchen sollen zunächst bis Ende Juni bleiben.