Polizei

Ja, was sprießt denn da?

In Kreuzberg findet ein BSR-Mitarbeiter 700 Cannabispflanzen

Der Frühling bringt es an den Tag. Überall in der Stadt sind die Bäume wieder grün, die Beete bunt von Blumen, auf zahlreichen Brachflächen sprießen Grünpflanzen. Vielleicht liegt es also daran, dass die Grünfläche am Kottbusser Tor zunächst niemandem auffiel. Denn auch dort wucherten in der warmen Frühlingssonne Hunderte Pflänzchen.

Doch ein Mitarbeiter der BSR schöpfte am Montagvormittag Verdacht. Die Blattform der zwei bis 40 Zentimeter hohen Gewächse kam ihm verdächtig vor. Verdächtig bekannt. Sollte das etwa …? Vorsichtshalber rief der Mann um 10.15 Uhr die Polizei. Und die Beamten bestätigten es. Mitten auf der Grünfläche am U-Bahnhof Kottbusser Tor wuchsen 700 zarte Pflänzchen Cannabis.

Die Polizei stellte den Tatbestand fest – „unerlaubter Anbau von Betäubungsmitteln“ – und betätigte sich als Gärtner, indem sie die illegalen Pflanzen erntete und sicherstellte. Noch ist unklar, ob es sich tatsächlich um die berauschende Art des Hanfs handelt, die Pflanzen sollen trotzdem vernichtet werden.

Wer den Hanf dort anpflanzte, ist unklar. Um eine wilde Aussaat, beispielsweise aus dem Görlitzer Park, der ja immer wieder wegen Drogengeschäften von sich reden macht, dürfte es sich wohl kaum handeln. Die Polizei will nicht ausschließen, dass jemand dort heimlich Hanfsamen ausgestreut hat. Immerhin gab es ja umfangreiche Bauarbeiten am U-Bahnhof, sodass eine Aussaat niemandem aufgefallen wäre. Oder es handelte sich um die Anbaufläche für den in Kreuzberg geplanten Coffeeshop.