Sicherheit

Berlin feiert in den Mai – Polizei verhindert größere Randale

Zehntausende Besucher beim „Myfest“. Zwischenfälle bei „Revolutionärer 1. Mai Demo“

Zehntausende Berliner strömten am Freitag nach Kreuzberg um dort friedlich beim traditionellen „Myfest“ in den Mai zu feiern. Am Nachmittag wurden wegen des großen Andrangs die ersten Eingänge geschlossen. Erst am Abend kam es dann bei der sogenannten „Revolutionären 1. Mai Demo“ zu Ausschreitungen: Gegen 21 Uhr, am Ende des Aufzugs, flogen in Kreuzberg Steine und Flaschen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll es sich um vermummte Autonome gehandelt haben.

Die „Revolutionäre 1. Mai Demo“ war mit etwa 19.000 Demonstranten, weit weniger als vom Veranstalter erwartet, vom Spreewaldplatz in Kreuzberg zum Hermannplatz in Neukölln und von dort wieder zurück nach Kreuzberg zum Endpunkt am Lausitzer Platz gezogen. Polizeisprecher Stefan Redlich sprach von einem weitgehend störungsfreien Aufzug, verwies allerdings zugleich auf vereinzelte Zwischenfälle.

So flogen auf das Gebäude des Polizeiabschnitts 54 an der Sonnenallee Steine und Farbbeutel, einige Demonstranten versuchten an der Karl-Marx-Straße ein leer stehendes Kaufhausgebäude zu stürmen, mehrere Fensterscheiben von Geschäften gingen zu Bruch. Insgesamt gab es bis Freitagabend um 22 Uhr 40 Festnahmen, teilte die Polizei mit. Im letzten Jahr waren es 68.

Auch die Gegendemonstrationen gegen zwei Aufzüge der rechtsextremen NPD in Hohenschönhausen und Marzahn am Vormittag waren friedlicher verlaufen als erwartet. Ebenso der Aufzug zur Walpurgisnacht am Vorabend in Wedding. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Tages: „Das Einsatzkonzept der Polizei ist bis zum Ende der Demo aufgegangen“, sagte er.

Anders verlief der Tag in Hamburg. Dort kam es bereits kurz nach Beginn eines Aufzugs von Linksextremen zu Zusammenstößen mit der Polizei. Teilnehmer warfen Böller und Gegenstände auf die Beamten. Mehrere Polizisten seien verletzt worden. Die Versammlung der rund 700 Demonstranten wurde unter Einsatz einer Reiterstaffel aufgelöst. Auch in Weimar kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen. Rechtsextreme überfielen die Maikundgebung der Gewerkschaften und verletzten mehrere Menschen. In Istanbul gab es Ausschreitungen während einer regierungskritischen Mai-Demonstration. 203 Menschen wurden festgenommen.