Aktion

Europaweiter Blitzmarathon: 256 Kontrollstationen in Berlin

| Lesedauer: 3 Minuten

Am kommenden Donnerstag geht die Polizei ab 6 Uhr in 21 Ländern gegen Raser vor

In knapp einer Woche, am kommenden Donnerstag, beginnt früh um 6 Uhr der „1. Europaweite Blitzmarathon“. Nach den bislang deutschlandweiten Geschwindigkeitskontrollen in den vergangenen Jahren baut die Polizei am 16. April zeitgleich in 21 europäischen Ländern ihre Kontrollgeräte auf.

„Deutschlandweit – Europaweit – gemeinsam gegen Schnellfahrer“, unter diesem Motto wird sich auch die Berliner Polizei an dem ersten europaweiten Blitzermarathon beteiligen. Insgesamt werden von 6 Uhr bis 24 Uhr 256 ständig wechselnde Radar- und Laserkontrollen eingerichtet. Auch die neuen Funkstreifenwagen mit Verkehrsradartechnik sollen eingesetzt werden. Zusätzlich sind alle 19 Videofahrzeuge im Stadtgebiet und auf den Autobahnstrecken unterwegs. Die Kontrollorte wurden anhand verschiedener Kriterien ausgewählt. So soll zum Beispiel auf Strecken geblitzt werden, auf denen sich Unfälle häufen oder in schutzwürdigen Straßenbereichen wie vor Kitas, in reinen Wohngebieten und in Straßen mit oft festgestellten Geschwindigkeitsüberschreitungen. Außerdem konnten die Berliner bereits 2014 im Internet Vorschläge machen, wo kontrolliert werden sollte. Die Liste wurde so lang, dass die Polizei sie bis jetzt nicht vollständig abarbeiten konnte. Die Hinweise, die nicht berücksichtigt werden konnten, werden in den aktuellen Blitzmarathon miteinbezogen.

„Wir halten so einen Blitzmarathon für sinnvoll und fair“, sagte Jörg Becker, ADAC-Verkehrsexperte für Berlin-Brandenburg. „Diese Aktion wurde angekündigt, die Kontrollpunkte wurden veröffentlicht und die Bevölkerung wurde miteinbezogen. Jeder kann sich darauf einstellen.“

In Nordrhein-Westfalen (NRW) findet der Blitzmarathon zum achten Mal statt. Dort hat die Aktion auch ihren Ursprung. 2012 fanden die Geschwindigkeitskontrollen erstmals gemeinsam mit NRW, Niedersachsen und den Niederlanden statt. Auf der Innenministerkonferenz im Frühjahr 2013 wurde der bundesweite Blitzmarathon beschlossen, der bislang zweimal stattfand.

„Die Nichtregierungsorganisation Traffic Information System Police (TISPOL) hat den europaweiten Blitzmarathon vorgeschlagen“, sagte Polizeihauptkommissar Stefan Drescher von der Verkehrsunfallbekämpfung der Berliner Polizei. „‚Grenzen überschreiten, um Leben zu retten‘ ist das Motto des europaweiten Polizeinetzwerkes, das die Zahl der Verkehrsunfallopfer senken will.“

Federführend für die europaweiten Kontrollen ist NRW. „Bei der Verkehrssicherheit zieht Europa an einem Strang. Geschwindigkeit ist überall Killer Nummer eins“, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). „Deshalb ist es wichtig, dass viele europäische Staaten mitmachen.“ In der Europäischen Union starben im vergangenen Jahr 25.700 Menschen bei Verkehrsunfällen, in Deutschland waren es 3350 Menschen. Der Blitzmarathon sei Präventionsarbeit im besten Sinne, sagte Jäger.

Der Blitzmarathon wird in diesem Jahr um sechs Stunden verkürzt. Er beginnt zwar wie in der Vergangenheit um 6 Uhr morgens, endet aber wegen der zentralen Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes am 17. April in Köln bereits um 24 Uhr.