Bilanz

Eierkrise in Brandenburg

Drei Millionen Hennen rund um Berlin haben 2014 weniger gelegt

Brandenburgs Bauern waren zu optimistisch. Eier, dachten viele, seien ein sicheres Geschäft mit stabilen Wachstumsraten. Im vergangenen Jahr richteten die Produzenten rund um Berlin zusätzlich eine Viertelmillion Plätze für Legehennen ein. Fünf neue Betriebe eröffneten. Aber die Eierberge wachsen eben nicht in den brandenburgischen Himmel. Zwar brachten die Brandenburger Betriebe 2014 nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg 876,5 Millionen Eier auf den Markt. Das ist mehr als in früheren Jahren bisher, aber eben auch 23,5 Millionen Eier weniger als 2013. Das war mit mehr als 900 Millionen Stück das absolute Rekordjahr für das Brandenburger Ei.

Obwohl die Population Eier legender Hühner um 40.000 schrumpfte, lebten auch 2014 mit durchschnittlich drei Millionen mehr Legehennen als Menschen im Land. Die Ställe waren jedoch nur zu 77 Prozent ausgelastet. Im Vorjahr waren noch 83,5 Prozent aller Plätze auf Stangen und in Käfigen besetzt. Jede märkische Henne legte 2014 durchschnittlich 293 Eier, fünf weniger als im Vorjahr. Auch die Statistiker wundern sich über die Eierkrise. Die Entwicklung ließ auch sie an einen Aufschwung der Eierökonomie glauben. Aber „Einflüsse des Marktes“ hätten „offensichtlich“ eine gegenteilige Entwicklung bewirkt. Denn der Konsum stagniert. 218 Eier verspeist jeder Bundesbürger pro Jahr.

Das Käfighuhn ist in Brandenburg nur noch vereinzelt anzutreffen. 84 Prozent der Hennen leben in Bodenhaltung, 4,7 Prozent im Freiland, und jede zehnte Henne wird ökologisch gehalten.