Gesundheit

Zukunft des Benjamin Franklin gesichert

Der Charité-Standort in Steglitz erhält 22 Millionen Euro für die Sanierung und mehr Betten

Der Senat forciert seine Unterstützung für das Charité-Klinikum Benjamin Franklin in Steglitz. Die Investitionen in diesen Standort werden deutlich erhöht, zudem soll es dort künftig auch 45 zusätzliche Betten für die Behandlung von Geriatriepatienten geben. Aus dem „Sondervermögen wachsende Stadt“ (Siwa) und den freiwerdenden Mitteln der Ausbildungsförderung Bafög erhält die Charité in diesem Jahr knapp 61 Millionen Euro. Davon sind fast 22 Millionen Euro für das Steglitzer Klinikum vorgesehen. „Für die Patientenversorgung im Südwesten hat das Benjamin Franklin eine herausragende Bedeutung“, sagte Sandra Scheeres (SPD), Wissenschaftssenatorin und Aufsichtsratsvorsitzende der Charité, der Berliner Morgenpost. Florian Graf, CDU-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, bezeichnete das Klinikum kürzlich bei einem Besuch als „Priorität des Senats“.

Von dem Geld aus dem Siwa-Investitionsfonds fließen allein 13,7 Millionen Euro in die dringend notwendige Erneuerung der Starkstromversorgung. Für 2,5 Millionen Euro wird der Landeplatz für den ADAC-Rettungshubschrauber neu gebaut, das machen geänderte EU-Richtlinien notwendig. 4,3 Millionen Euro werden für die Sanierung der Hochschulambulanzen, auch Polikliniken genannt, genutzt. Auch aus dem Bafög-Topf wird die Sanierung technischer Infrastruktur, vor allem bei Aufzugs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen, bezahlt.

„Natürlich kann mit diesem Geld noch nicht alles saniert werden, aber wir können dringende Probleme abräumen. Schritt für Schritt wird es dann weitergehen. Damit ist das Benjamin Franklin als leistungsfähiger Standort der Charité langfristig gesichert“, sagte Scheeres. Damit erteilte sie Überlegungen eine Absage, dort einen reinen Klinikbetrieb ohne Forschung zu etablieren. Den dringenden Sanierungsbedarf an ihren vier Standorten beziffert die Charité auf 600 Millionen Euro, davon entfielen 142 Millionen Euro auf Steglitz.

Besonders wichtig ist der Senatorin die Sanierung der Polikliniken, deren Bedarf insgesamt auf 10,5 Millionen Euro beziffert wird. Der vordringlichste Bedarf bestehe in den Ambulanzen für Urologie, Unfallchirurgie, Orthopädie, Neurologie, sowie für Hals-, Nasen-, Ohren- und Augenheilkunde. Die Zahl der Patientenbesuche in diesen Polikliniken ist nach Angaben der Wissenschaftsverwaltung stetig gestiegen, auf rund 55.000 im Jahr 2013.

Von dem 142 Millionen Euro hohen Sanierungsbedarf am Klinikum Benjamin Franklin entfallen allerdings, wie berichtet, 60 Millionen Euro auf die denkmalgeschützte Fassade. Das will Scheeres nicht hinnehmen und bei den Denkmalschützern intervenieren. „Selbstverständlich werden wir darüber reden, wie wir mit der Frage des Denkmalschutzes umgehen können. Ich will möglichst viel Geld für Investitionsmaßnahmen zur Verfügung haben, die der Krankenversorgung zugutekommen“, stellte sie im Morgenpost-Interview klar.

Charité-Vorstandschef Karl Max Einhäupl sagte, man müsse über die notwendigen Sanierungen hinaus sogar über einen Neubau am Benjamin Franklin nachdenken. „Sie können nicht beliebig Innovationen in alte Mauern bringen“, erklärte er. Wenn dort großflächig saniert werde, könnte man die Betten in den Neubau auslagern. Diesen könnte man auch danach weiter nutzen.

Die Charité müsse keine Betten abbauen, betonte Scheeres. Nach langen Verhandlungen mit Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) werde die Bettenzahl des Universitätsklinikums mit 3016 ausgewiesen. Das entspricht ungefähr dem heutigen Stand. Czaja habe ursprünglich auf nur 2700 Betten bestanden, so Scheeres.