Flugzeugunglück

Wer wusste was im Fall Andreas Lubitz?

Es gibt widersprüchliche Angaben zur Gesundheit des Copiloten

Fünf Tage nach dem Flugzeugunglück gibt es noch immer widersprüchliche Informationen darüber, welche Kenntnisse es zum Gesundheitszustand des Copiloten Andreas Lubitz beim Luftfahrtbundesamt (LBA) und der Lufthansa gab. Während die Fluglinie noch am Sonnabend wegen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen keine Angaben dazu machen wollte, äußerte sich der Konzern am Sonntag dann doch. Die Lufthansa wisse nichts von einer angeblichen psychischen oder anderen Erkrankung des Copiloten, sagte ein Sprecher. „Wir haben da keine eigenen Erkenntnisse“, hieß es auf die Frage, ob die offenbar schweren Depressionen des 27-Jährigen bekannt waren.

Wie die Berliner Morgenpost aus Unternehmenskreisen erfuhr, hat die Lufthansa auch keine Erkenntnisse über einen sogenannten SIC-Vermerk in den medizinischen Akten des Unglückspiloten Andreas Lubitz beim Luftfahrtbundesamt (LBA) in Braunschweig. Das steht jedoch im Widerspruch zu den Aussagen des LBA vom Freitag, wonach es zu Andreas Lubitz einen solchen Vermerk gebe. „Wir haben eine Pilotenlizenz und ein Tauglichkeitszeugnis“, sagte ein Behördensprecher. „Da gibt es den Hinweis SIC.“ Ein solcher Vermerk wird zu einem Piloten bei einer chronisch längerfristigen Erkrankung angelegt, die regelmäßige ärztliche Betreuung erfordert. Dieser wird im sogenannten „Medical“ des Piloten aufgeführt, das die Fluggesellschaft auf jeden Fall erhalten soll. Sollte es also einen solchen Eintrag beim LBA geben, dieser der Fluglinie aber nicht bekannt sein, wäre das ein schwerwiegendes Versäumnis oder eine Sicherheitslücke. Weder das Luftfahrtbundesamt noch die Lufthansa wollten sich zu den Details weiter äußern.