Militär

Saudi-Arabien kommt Jemen zur Hilfe

Vorstoß der Rebellen soll gestoppt werden. USA leisten Unterstützung

Mit einer Militäroffensive sind Saudi-Arabien und mehrere arabische Verbündete dem von Huthi-Rebellen bedrängten jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi zu Hilfe gekommen. Der floh bereits am Mittwoch über das Meer nach Saudi-Arabien.

Nach Angaben des jemenitischen Militärs bombardierten Kampfflugzeuge in der Nacht zum Donnerstag mehrere Stellungen der schiitischen Huthi-Miliz. Diese war zuletzt mit Hilfe von Armee-Einheiten, die zu Hadis gestürztem Vorgänger Ali Abdullah Saleh stehen, immer weiter gen Süden vorgerückt. Verkündet wurde der Militäreinsatz vom saudi-arabischen Botschafter in den USA, Adel al-Dschubeir. Er sagte, der Militäreinsatz diene dazu, die „legitime Regierung“ des Jemen zu verteidigen. Es müsse verhindert werden, dass die Huthi-Miliz das Land einnehme. Derzeit beschränke sich die Intervention auf Luftangriffe, weitere militärische Kräfte würden aber mobilisiert, sagte der Diplomat. Er sprach von einer „Koalition von mehr als zehn Ländern“, die sich an dem Einsatz beteiligten oder dies planten. Washington erklärte, die USA leisteten der Militärallianz logistische und geheimdienstliche Hilfe. Die Arabische Liga sagte, sie stehe „geschlossen“ hinter den Angriffen.

Einem Zivilschutzvertreter zufolge wurden in Sanaa bis zum Donnerstagmorgen mindestens 13 Zivilisten, darunter mehrere Kinder, bei den Angriffen getötet. Bei Kämpfen zwischen Anhängern des Präsidenten mit den Rebellen bei al-Huta, der Hauptstadt der südlichen Provinz Lahdsch, wurden mindestens 18 Menschen getötet.

Im Iran, dem Verbündeten der schiitischen Huthi, stieß die Militäroffensive auf scharfe Kritik. Sie zerstöre alle Chancen auf eine friedliche Lösung der „internen Streitigkeiten“, erklärte das Außenministerium in Teheran. Die schiitische Führung im Iran und Saudi-Arabiens sunnitisches Königshaus rivalisieren um die politische Vorherrschaft in der Region. Angesichts des Vormarschs der Huthi-Rebellen wuchs in Riad die Sorge, die schiitische Minderheit könnte die Kontrolle über das mehrheitlich sunnitische Nachbarland übernehmen – und Teheran seine Einflusssphäre ausweiten.