Arbeitsmarkt

Berliner Jobcenter schöpfen Mittel für Langzeitarbeitslose nicht aus

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Joachim Fahrun

2014 blieben 33 Millionen Euro übrig. Bezirk Pankow schneidet dabei besonders schlecht ab

Die zwölf Berliner Jobcenter haben im vergangenen Jahr 33 Millionen Euro aus ihren Budgets für die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen nicht ausgegeben. Das sind 4,2 Prozent der gesamten Mittel von 787 Millionen Euro, mit denen die Verwaltung bezahlt und die Arbeitslosen betreut werden. Das hat der unabhängige Bremer Arbeitsmarktforscher Paul M. Schröder errechnet. Demnach liegen die Berliner Behörden mit ihrer Quote deutlich über dem Durchschnitt aller 303 deutschen Jobcenter, die von Arbeitsagenturen und Kommunen gemeinsam getragen werden. Der Schnitt liegt bei 2,57 Prozent des Budgets, das nicht ausgeschöpft wird.

Die Senatsarbeitsverwaltung ist verstimmt: „Wir ärgern uns darüber“, sagte Boris Velter, Staatssekretär von Senatorin Dilek Kolat (SPD). „Es ist ganz offensichtlich, dass es in Berlin sinnvolle Dinge gäbe, die zur Integration von Arbeitslosen beitragen könnten.“ Probleme mit dem „Mittelabfluss“ haben Berlins Jobcenter schon seit Langem.

Schröder analysiert seit Jahren die Daten der deutschen Jobcenter und vergleicht ihre Leistungen. Er hat die Zahlen für Berlin insgesamt, aber auch für die zwölf einzelnen Berliner Jobcenter herausgearbeitet und vergleicht sie mit anderen Großstädten. „Die Zahlen stimmen“, heißt es in der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit Berlin-Brandenburg.

Doch die Ergebnisse der Berliner Jobcenter fallen unterschiedlich aus. So sind Tempelhof-Schöneberg, Reinickendorf und Neukölln besser als der Berliner Wert von 4,2 Prozent. Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow liegen mit 7,6 beziehungsweise 9,35 Prozent weit darüber. Aus Sicht von Staatssekretär Velter liegt das an mangelnder Planung, die weit entfernt von der Realität sei. „Das ist eine Frage der Managementleistung der Geschäftsführer“, sagte Velter. Olaf Möller, Sprecher der Regionaldirektion, verweist zur Begründung für die zögerliche Geldausgabe auf die positive Entwicklung auf dem Berliner Arbeitsmarkt. „Wir brauchen nicht so viele Finanzmittel in die Hand zu nehmen, um Arbeitslose zu integrieren“, sagte Möller.