Fußball

Mit von der Partie

Fifa macht Druck – und der Iran lässt Frauen in die Fußballstadien

Im Iran gelten Fußballstadien wegen des „unmoralischen und vulgären Verhaltens“ männlicher Fans als ungeeigneter Ort für Frauen. So der Standpunkt der mächtigen Kleriker. Und damit die iranischen Herren dort weiterhin ungestört vulgär und unmoralisch sein dürfen, herrscht striktes Frauenverbot im Fanblock. Der ehemalige Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte bereits 2006 vorgeschlagen, Frauen den Stadionbesuch zumindest in einem extra ausgewiesenen Bereich zu erlauben. Aber diesen Vorstoß hatte der Klerus vehement abgelehnt. Pünktlich zum Frauentag haben weibliche Fußballfans nun ein unerwartetes Geschenk bekommen: Das Stadionverbot soll gelockert werden.

Das sagte Ali Kafaschian, Präsident des iranischen Fußballverbands. Allerdings gilt die Abkehr von der totalen Männlichkeitspflicht im Stadion natürlich nicht für Iranerinnen. Nur Ausländerinnen sollen künftig bei internationalen Länderspielen mit von der Partie sein dürfen. Ob ausländische Damenmoral nicht schützenswert ist oder die fremden Frauen ohnehin verdorben sind, wird wohl ein Geheimnis der strengen Sittenwächter bleiben.

Das Reförmchen verdanken die Frauen übrigens nicht iranischer Einsicht. Teheran reagiert nur auf die Kritik von Fifa-Präsident Joseph Blatter. Der hatte den Ausschluss der Frauen jüngst als „nicht tolerabel“ bezeichnet. Das Verbot gilt als größtes Hindernis für den Iran bei der Bewerbung um die Ausrichtung des Asien-Cups im Jahr 2019.

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