Extremismus

„Emir von Wedding“ wieder im Gefängnis

Ein Berliner Terrorverdächtiger, der aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, sitzt nach der Beschwerde der Staatsanwaltschaft seit Freitag wieder im Gefängnis.

Der 41 Jahre alte Türke Ismet D. wurde von Spezialkräften der Polizei in Wedding festgenommen. Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, wurde ein neuer Haftbefehl vollstreckt. Die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Freilassung von Ismet D. sei erfolgreich gewesen, heißt es.

Der selbst ernannte „Emir“ steht unter dem Verdacht, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt und schwere staatsgefährdende Gewalttaten in Syrien vorbereitet zu haben. Konkrete Pläne für Anschläge in Deutschland habe es nicht gegeben. Ismet D. soll mindestens 30 Personen mit „Islamunterricht“ in einem Berliner Moscheeverein radikalisiert haben. Zudem soll er sie auf den Kampf gegen „Ungläubige“ im syrischen Bürgerkriegsgebiet vorbereitet haben. Der 41-Jährige wurde am 16. Januar im Rahmen einer Großrazzia mit 250 Polizisten verhaftet. Dabei wurden elf Objekte in der Berliner Islamistenszene durchsucht und zwei Haftbefehle vollstreckt. Der „Emir“ kam in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Tiergarten hatte Anfang Februar den Haftbefehl wieder aufgehoben. Die Beweismittel hätten nicht ausgereicht, „um einen dringenden Tatverdacht zu begründen“. Der Verdächtige wurde aus der Haft entlassen. Diese Auffassung teilte das Landgericht nicht. Seit Freitag sitzt Ismet D. wieder hinter Gittern.