Tarifkonflikt

Lehrer-Streik: An 433 Grundschulen in Berlin fällt der Unterricht aus

Bis zu 2000 angestellte Pädagogen treten in den Ausstand. Schüler-Betreuung gewährleistet

An vielen Berliner Schulen dürfte am kommenden Dienstag Unterricht ausfallen. Die angestellten Lehrer sind wegen des Tarifkonflikts im öffentlichen Dienst der Länder zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Betroffen von dem Streik sind in der Hauptstadt insgesamt 433 Grundschulen, knapp 50 berufsbildende Schulen und etwa 70 Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt. An Sekundarschulen und Gymnasien läuft der Unterricht dagegen normal. In Berlin arbeiten 28.000 Lehrer, davon sind 11.000 nicht verbeamtet sondern angestellt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erwartet, dass bis zu 2000 Pädagogen in den Ausstand treten.

Noch am Freitag hat die Senatsbildungsverwaltung die Schulleitungen angeschrieben. Darin seien sie aufgefordert worden, den Ausfall von Unterricht und Betreuung auf ein unvermeidbares Maß zu reduzieren, sagte Sprecherin Beate Stoffers. Die Schulleitungen müssten dafür geeignete Regelungen treffen. „Darüber hinaus stellen die Schulleitungen sicher, dass bei unvermeidbaren organisatorischen Abweichungen die Eltern rechtzeitig informiert werden und die Betreuung der Schüler gewährt ist“, so Beate Stoffers.

Die Kernforderung der Gewerkschaften lautet 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 175 Euro mehr. Die Hauptgründe für das vorläufige Scheitern sind starke Differenzen über die betriebliche Altersvorsorge und über die tarifliche Eingruppierung der Lehrer. Die Altersvorsorge ist im öffentlichen Dienst Standard, soll aber wegen hoher Kosten reformiert werden. Die bundesweit 200.000 angestellten Lehrer sollen besser tarifvertraglich abgesichert werden – uneins sind sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Höhe.

Ein Angebot für eine Entgelterhöhung läge nicht vor, sagte Doreen Siebernik, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Arbeitgeber verlangten als Vorbedingung für einen Tarifabschluss die Zustimmung der Gewerkschaften zu Einschnitten bei der Zusatzversorgung. Gegen diesen Versuch, in die Altersversorgung einzugreifen, müsse man sich wehren. Die nächste Runde ist für Mitte März angesetzt. Verhandelt wird für die rund 800.000 Tarifbeschäftigten der Länder.